Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 504 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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504 Probleme der Pentateuch-Exegese. dem israelitischen Lager mit derjenigen hinter demselben vertauscht, anders, als daß die Säule zwischen den beiden Lagern Stellung nimmt, so daß sie das eine erleuchtet, das andere im Dunkeln läßt (v. 20)? Wenn v. 19a einen andern Sinn haben sollte, so müßte das wenigstens irgendwie angedeutet sein. ״Der Engel“ und ״Die Säule“ müssen also identifiziert, dann aber zugleich mit v. 19a auch v. 19 b und v. 20 E zugeschrieben werden. So Kuenen (ebenso Eerdmans S. 42). Wer hat Recht, Dillmann oder Kuenen? M. E. keiner von beiden! Vielmehr bilden die Verse 19—21 eine unzertrennliche Einheit.1) Nur der Umstand, daß Gott das Meer durch einen starken, die ganze Nacht stürmenden Ostwind teilen ließ (v. 21), daß es somit ein naturgemäßer Vorgang zu sein schien, erklärt es, wie der verfolgende Feind sich in das trocken gelegte Meeresbett hineinbegab (v. 23). Hätte, wie die Kritiker meinen, P nur berichtet^ Mose habe die Hand ausgestreckt und darauf habe sich das Meer plötzlich unvermittelt gespalten, so wäre es mehr als Wahnsinn gewesen, wenn die Aegypter beim Anblick dieses Wunders sich ins Meer hineingewagt hätten. Ferner ist in dem von den Kritikern angeblich rekonstruierten Bericht des P keine Erklärung dafür zu finden, wie es den nachsetzenden Aegyptern nicht gelang, wenigstens die Nachhut der Israeliten anzugreifen. Dies erklären ja nur die v. 19 bis 20, welche die Kritik zu JE stellt. Andererseits wird in dem JE zugeschriebenen Teile bloß erzählt, wie die Israeliten durch die Wolkensäule vor einem Angriff im Rücken beschützt wurden. Daß sie aber auch in ihren Flanken nicht angegriffen werden konnten, sagt nur v. 22 (das Gewässer stand ihnen als Mauer zur Rechten und zur Linken), was die Kritik zu P stellt. Man sieht, der Bericht ist nur 9 Es sei Mer nur darauf hingedeutet, daß unsere Alten bemerkt haben, wie jeder der drei yy. 19—21 genau aus 72 Buchstaben besteht. Diese Verse enthalten nach der Geheimlehre den großen aus 72 Wörtern bestehenden Gottesnamen (vgl. Mischna Sukkah 4,5 und Tos. Jomtob das.; auch Kidduschin 71a).