Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 495 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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f Amosstudien. 495 und -von dem Götzendienst sich haben verführen lassen. Wenn nun der Kultus an sich, einerlei ob legitim oder illegitim, die Quelle alles Übels ist, wie es W. will, warum wird nicht auch dem Tempel in Jerusalem die Zerstörung angedroht wie den Höhenheiligtümern des Nordstaates? Diese Tatsache allein beweist zur Genüge, daß Am wohl einen Unterschied zwischen legitimen und illegitimen Kultusstätten macht. Zu diesem Resultat gelangen wir nicht nur durch das angeführte negative Zeugnis, sondern vielmehr durch die positiven Beweise, wie sie uns im B. Arnos vorliegen. Mit scharfen Worten geißelt Am das Treiben des Volkes an seinen Kultusstätten. Auf gepfändeten Gewänden strecken sie sich hin und halten wüste Gelage ab. Beugung des Rechtes, Bedrückung der Armen, schwere Verfehlungen gegen das Gesetz sind an der Tagesordnung (2, 6ff). Doch nicht nur gegen die moralischen und sozialen Schäden, die dort ihren Nährboden finden, polemisiert er, sondern auch gegen ihren Kälberdienst (8,141). vgl. mit Hos. 8, 5, 6). Mit beißender Ironie ruft er ihnen zu, sie möchten doch fortfahren, nach Gilgal und Bethel zu pilgern, und dort ihre Opfer darzubringen, wie sie es lieben (4, 4—5). Daß in diesen scharfen Worten eine Verwerfung des Kultus an den genannten Stätten ausgesprochen ist. ist für jeden, der die Verse in ihrem Zusammenhang liest, klar. Das geht erstens aus der Wiederholung der Imperative hervor (Rech. bibl. III z. St.), ferner aus dem Nachsatz ״denn so liebet ihr es, Haus Israel“ (V. 5) und endlich aus der in V. 6 ff. angedrohten Dürre und Hungersnot. Es ist daher völlig unverständlich, wie W. behaupten kann, daß Am an dieser ף W. spricht אשמת שבלחץ dem Propheten ab, da Am 1. nie Samarien für Israel gebrauchen, 2. nie gegen die Besonderheit des Kultus polemisieren soll. Ad 1 vgl. 6, 1, wo Samarien wohl für Israel gebraucht wird. Gegen das zweite Argument vgl. unsere Ausführungen im Text. Wir werden unter dieser Bezeichnung den Namen eines Götzen zu vermuten haben, vgl. 2) אשימא. K. 17, 30).