Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 492 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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492 Amosstndien. auch in den Strafreden (7,8. 15; 8, 2) beweisen, daß die Liebe des Propheten zu seinem Volk auch bei Verkündigung von schwerer Strafe nicht geschwunden ist. Ferner beweisen 5, 15. 7. 36, daß die Hoffnung auf die Wiederherstellung immer bestanden hat. Die schwerste Strafe, das Exil, ist für Am nicht die vollständige Vernichtung des Volkes, sondern nur eine Prüfung desselben, aus dem es geläutert hervorgehen wird (s. w. u. ferner Halevy a. a. 0. zu 9, 7). Diese allgemeine Betrachtung bereitet uns auf die tröstende' Prophetie von 9, 7 ff. vor; ja wir würden eine Lücke empfinden, wenn sie fehlte. Doch lassen sich außer diesen allgemeinen Punkten noch weitere starke Beweise für die Autenthie dieser Prophetie erbringen. Vor allem soll die Bedeutung von 9,7 festgestellt werden. Wellhausen und nach ihm Marti fassen diesen Vers als den Schluß der vorangehenden Strafrede auf. In ihm soll nach Marti (Wellhausen ist vorsichtiger) die Prärogative Israels vor den anderen Völkern geleugnet werden. Israel habe niemand was voraus. Ohne auf die Frage einzugehen, ob Am hier die Auserwählung Israels leugnet (vgl. dagegen 2, 10, 11. 3, 2), sei darauf hingewiesen, daß V. 7 zur folgenden Prophetie gehört. Am will hier nicht, wie Halevy mit Hecht bemerkt, eine gesehichtliche Vorlesung über den Ursprung der Philister halten, sondern er sagt, daß ebenso wie Gott einst Israel aus Ägypten befreit habe, er es auch aus dem Exil, das ihm jetzt bevorsteht, befreien wird. Denn das Exil ist eine Prüfung für das Volk, aber nicht eine vollständige Vernichtung desselben (V. 10). Die Sünder werden zugrunde gehen, aber nicht das ganze Volk. Ferner ist zu beachten, daß sich die Strafrede Am gegen Israel richtet (ממלכה החטאה, V. 8), dagegen unter בית יעקב (V. 8), das nicht vernichtet werden soll, Juda zu verstehen ist. Diese Gegenüberstellung von Israel und Juda, wobei ersterem der Untergang verkündet, dem letzteren jedoch Schonung verheißen wird, tritt uns nachher auch bei Hos. 1, 7 entgegen (vgl. ferner Jes. 28, 1—4 mit 5—6). Diese stimmt mit den uns bekannten Anschauungen des Propheten, daß der Untergang des Volkes die Strafe für den Götzendienst ist- Juda,