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Jeschurun · 1918-08-01 · Heft 8-9 (August 1918) · p. Seite 491

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 8-9 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 491 (sequence 55)
Language
German
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Amosstndien. 491 dabei übersehen, daß Exil und Seuchen oder massenhaftes Sterben zusammen als Strafe für die Sünden angedroht werden. Ygl. Kap. 5, wo neben der Androhung des Exils (Y. 5) das massenhafte Sterben (V. 16) angedroht wird. So ist auch die Drohung in 9,4 zu verstehen. Wenn sie in Gefangenschaft getrieben werden, wird hernach das Schwert sie töten. Darunter kann nur die Pest verstanden werden, welche nach großen Kriegen aufzutreten pflegt. Auch aus Jes. 5, 13—14 geht 'deutlich hervor, daß neben dem Exil massenhaftes Hinsterben als Strafe erscheint. Die beiden Erscheinungen gehören zusammen, weil die letztere natürliche Folge der ersteren ist. Durch diese Belege ist also die Autenthie unserer Stelle gesichert. 9, 8—15 wird von W. dem Propheten abgesprochen. Am kann sich doch nicht so weit vergessen haben, meint W., nachdem er in 9, 1 ff. die vollständige Vernichtung Israels ge־ weissagt hatte, gleichsam in einem Atemzug, dessen Wiederherstellung zu verkünden. Diese Methode der Interpretation geht von der falschen Voraussetzung aus, daß der Prophet, der Strafprophetien verkündet, nicht auch den Trost bieten darf. Vgl. dagegen besonders Jer. 1, 10, wo Jer in seiner Weiheprophetie den Auftrag erhält nicht nur zu zerstören, sondern auch zu bauen und zu pflanzen. Was dort Jer von sich aussagt, gilt auch von den übrigen Propheten, wenn sie es auch nicht deutlich ausgesprochen haben. Der Prophet ist nicht der unbarmherzige Strafredner, der nur Böses zu verkünden hat. Er zerstört, um zu bauen, nicht aus Liebe zum Niederreißen. So kann es den unbefangenen Leser nicht wundern, daß Am seine Weissagungen mit einer Trostprophetie beschließt, nachdem er im Vorhergehenden dem Volke in scharfen Worten seinen Untergang verkündet hatte1). Schon die Bitte um Vergebung, da Jakob sonst nicht bestehen könnte (7,2,5), ferner die Bezeichnung Israels als mein Volk (עמי) ב) Vgl. ferner Jer. 4,27; 5,1018, wo mitten in der Strafrede einschränkende Trostworte Vorkommen.

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