Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 487 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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Amosstudien. 487 nicht solche einzelne verbrecherische Handlungen vorwirft wie ■den Nachbarvölkern, so sind diese in Juda wahrscheinlich nicht verübt worden. Seine Vergehen werden wie die Israels auf dem religiösen und sozialen Gebiet liegen. Diese gehen aber aus dem Abfall von Gott hervor. Er zieht alle Sünden nach sich und ist die Quelle alles Übels. — 2. Der Prophet be־ trachtet Juda und Israel als ein Volk (vgl. 2,9; 3,1—8; 6, 1—7); er verweilt bei Juda kurz, weil er bei Israel ausführlich sein will. Die religionsgeschichtlichen Folgen, die sich aus der Autenthie dieser Verse ergeben, werden w. u. behandelt werden. 2, V. 10 soll sich nicht nur durch seine prosaische Form, sondern auch durch seine hinter V. 9 auffallende Stellung als Nachtrag eines Späteren verraten, dem der Hinweis auf den Auszug aus Aegypten hier nicht fehlen durfte, der aber in der ״Eile“ vergessen hat, daß es Am nur auf den Widerspruch zwischen der Ausrottung der Emoriter durch Gott und der Annahme emoritischer Art durch Israel ankommt (Marti). Von dem angeblichen Widerspruch, auf den es Am hauptsächlieh ankommen soll, ist im Text keine Spur zu finden. Worauf es Am ankommt, ist: Israel die Undankbarkeit gegen Gott vorzuwerfen. Deswegen führt er Bilder aus der Vergangenheit vor, um darzutun, wie Israel seine Errettung vor mächtigen Feinden und seine Existenz als Volk nur Gott zu verdanken hat. Der Auszug aus Aegypten konnte hier ebensowenig wie in 3, 1; 9, 7; ferner Jer. 2, 6f. fehlen1)• Durch den Schluß לרשח אח ארץ האמרי, der auf V. 9 Bezug nimmt, ist die Ursprünglichkeit der jetzigen Reihenfolge von V. 9—10 gesichert. 3, V. 7. Dieser Vers wird von Marti wegen seiner Struktur und theologischemHaltung ebenfalls für sekundär erklärt. Dagegen ist zu bemerken: דבר ist das Droh- *) Marti erklärt zwar 3,1 b ebenfalls als Glosse eines Späteren, der nicht Nordisrael vor Juda ausgezeichnet wissen wollte. Ygl. dagegen 9, 7, wo ebenfalls der Auszug ans Aegypten angeführt wird, ohne daß man versucht hätte, die Stelle dem Propheten abzusprechen. 33*