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Jeschurun · 1918-08-01 · Heft 8-9 (August 1918) · p. Seite 481

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 8-9 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 481 (sequence 45)
Language
German
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Von den litauischen ״Moralisten“. 481 i kel. Die an sich wenig zahlreiche Partei der ,,Baaleimussor“ ist in folgende nach ihren örtlichen Mittelpunkten benannte Untergruppen gespalten: der Kelmer, Slabodkaer, Nowogrudoker und Lomzaer. Bei allen gemeinsamen Wesenzügen herrscht zwischen diesen versehie- denen Gruppen ein gegensätzliches inneres Verhältnis, Ja Fremdheit. Freilich gibt diese Zersplitterung und inhaltliehe Differenzierung der Grundidee selbst den Widersachern der ״Moralisten“ — ״Moralisatoren“ wäre übrigens adäquater — zum Einwand Anlaß, das System hätte, im Verhältnis zu seiner Jugend, einen allzu!raschen Entwicklungsweg zurückgelegt — hätten Hoch noch alle jetzigen Häupter der Mussor-Kreise Rabbi Israel Salanter persönlich geschaut und seine Lehre mündlich übernommen! — woraus der Schluß gezogen wird, der heutige ״Mursor“ wäre nicht mehr derselbe, wie er dem Geiste Rabbi Israels einst entstrahlte. Enthält auch dieser Einwand viel des Wahren, so ist doch nicht zu verkennen, daß diese im Laufe der Entwicklung zunehmende Klärung und Entfaltung der ursprünglich verschwommenen Charakterzüge und Eigentümlichkeiten jeder neuen Richtung gemeinsam ist^ und mannigfach sind namentlich die Offen« Sarungsformen des religiösen Gedankens. Der Entwicklungsverlaut der Mussor-Idee würde höchstens von der Fülle und Mannigfaltigkeit der Hinneigungen und Impulse der religiösen Seele der litauischen Juden Zeugnis ablegen, denen die vielfältigen Schattierungen der Mussor-Idee zum Ausdruck verhelfen wollen. Unverkennbar sind bei allem die religiöse Gährung und die religiösen Emotionen, Bedürfnisse und Forderungen des Geistes: ein Kreis von Menschen, ausgezeichnet durch Thora־ und Weltwissen, denen die religiös-sittlichen Fragen nicht Gegenstand des Wissens und der .,Lehre“, sondern des tiefinnerlichen Erlebens sind, aus dem sein ganzes seelisch-sittliches Sein erwächst und er die Wunderkräfte des Glaubens und der Hingabe schöpft. Für das psychologische Verständnis der Wesensart des litauischen Judentums ist die Ergründung des Charakters

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