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Jeschurun · 1918-08-01 · Heft 8-9 (August 1918) · p. Seite 452

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 8-9 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 452 (sequence 16)
Language
German
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452 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. davon durchdrungen ist, daß die jüdische Renaissancebedeutungs־ los ist ohne eine Renaissance der jüdischen Religion, daß es sich im Zionismus nicht darum handelt einen von den Mächten anerkannten neutralisierten Kleinstaat zu schaffen, sondern daß eine neue Judenheit mit einem neuen Judentum wenn auch als das Resultat einer lange dauernden Entwickelung erstehen soll, darum steht sein Ideal in so unlösbarem Widerspruch zu dem unseren. Man kann einzelne Gedanken aus dem Achadhaamismus übernehmen, einzelne seiner Forderungen sich zu eigen machen, aber dann ist das nicht mehr Zionismus, nicht mehr geistiger Zionismus. XVIII. Immerhin tritt der Widerspruch bei Achad Haam nicht so kraß zutage und man kann es wohl verstehen, daß er sich manchen Beurteilern verbirgt. Stellt doch Achad Haam alles auf eine organische Entwickelung ein, die sich ganz unmerklich vollziehen wird, fordert er doch nirgends ein direktes Eingreifen in den religiösen Besitzstand. So dürfen diejenigen, die ihrerseits an die Erhaltung des überlieferten Judentums innerhalb der Wirkungssphäre des geistigen Zionismus glauben, sich der Hoffnung hingeben, man könne in der Tat alles der Entwickelung überlassen, die eben nicht den Weg zur Reform und zur Umbildung einschlagen wird, sondern umgekehrt den zu immer größeren Annäl^rung an das im Thorawort gezeichnete Ideal. Dazu kommt, daß Achad Haam selbst vom Geiste der Thora- und Talmud Weisheit erfüllt ist, daß ihn die innigste Liebe zu dem ehrwürdigen altüberlieferten religiösen Gut beseelt, daß er, was seiner Meinung nach irgendwie erhaltenswert ist, um jeden Preis fördern und pflegen will, kurz, daß man, wo immer seine religionsgeschichtlichen Theorien ausscheiden, sich im altvertrauten echt jüdischen Milieu findet. Eine ganz andere Welt empfängt den, der in den Gedanken־ kreis des religiösen Zionismus Martin Bubers tritt. Gerade weil für ihn die Erneuerung der Religion im Mittelpunkt seines zionistischen Denkens und Fühlens steht, tritt die Gegner-

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