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Jeschurun · 1918-07-01 · Heft 7 (Juli 1918) · page 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 7 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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43° Vier Jahre Weltkrieg. Vier ]ahre Weltkrieg1). Zum vierten Male jährt sich der Tag, an dem das Verbängnis über die Welt hereinbrach, der 9. Ab יום מזומן לפורעניות, der stets ein Unglückstag war für das Judentum und darum auch für die Völker der Erde. Der ganzen Menschheit Jammer auszumalen, wer könnte sich des vermessen. Freilich wir vergessen oft, daß auch hier nichts Neues unter der Sonne. Furchtbar verheerende Kriege hat es gegeben, seitdem die Welt besteht. ״Sage nicht, daß die früheren Tage besser waren als die jetzigen“, die früheren Tage, da ganze Völker ausgerottet wurden, der Eroberer einer Stadt die gesamte Einwohnerschaft niedermetzeln ließ, Grausamkeiten begangen wurden, deren sich jetzt nicht einmal die feindlichen Völker gegenseitig beschuldigen, da Hunger und Seuchen im Gefolge des Krieges die Länder entvölkerten. So darf man fragen, ob dieser Krieg in Wahrheit die Erde stärker trifft als die großen Kriegsperioden vergangener Tage. Doch eine jede Zeit kennt nur ihr eigenes Leid. Auch waren früher nie solche gewaltigen Völkermassen in allen ihren Gliedern gleichzeitig beteiligt. So empfindet unser Geschlecht, für die jene Umwälzungen der Vergangenheit nur eine blasse historische Erinnerung sind, die Katastrophe der Gegenwart als ein unermeßliches Elend. Wer aber die Weltgeschichte von einer höheren Warte als die Auswirkung des Allgeistes wertet oder, wie wir in der Sprache der Keligion sagen, als das Walten Gottes im Schicksal der Völker, der darf von dem Schmerz um das Erleben des Einzelnen, so tief er ihm ans Herz greift, nicht den Maßstab nehmen zur Beurteilung des letzten Sinnes des Weltgesehehens, der muß auch in dem unnennbaren Grauen, mit dem ihn die Schilderung des unabläßlichen Mordens, der Qualen und Leiden der Kämpfer, der Schmerzen der Verwundeten, des unsäglichen Wehs der Hinterbliebenen erfüllt, sich die Klarheit des Urteils darüber bewahren, warum ist dies ge- ג) Aus dem Vorwort zu der demnächst erscheinenden fünften Aufläge niemes Buches ״Der Weltkrieg im Lichte des Judentums“.

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