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Jeschurun · 1918-07-01 · Heft 7 (Juli 1918) · page 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 7 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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Nachwort des Herausgebers. 429 Nachwort des Herausgebers. Wir haben diesen Ausführungen gern Raum gewährt, nicht nur aus persönlicher Rücksicht auf den Autor, dem es als Lehrer an der Talmudthora nicht gleichgültig sein kann, daß sein früherer Artikel — wie das von einer Seite geschehen, als Gotteslästerung denunziert wurde, sondern weil wir der Meinung sind, daß unsere Zeitschrift für jeden gesetzestreuen Juden ein offener Sprechsaal sein muß, so lange er seine Gedanken mit der Sachlichkeit und in den Formen vertritt, wie dies oben geschieht. Auf eine Replik, die sich wieder zu einer Artikelserie auswachsen würde, müssen wir nicht nur aus •Raumgründen verzichten. Für den denkenden Leser ist sie in meinen Aufsätzen über den Zionismus und, was die Auseinandersetzungen über Achad Haam betrifft, in meinem Aufsatz über Achad Haam deutlich genug enthalten. Herr Dr. Blau sagt zugunsten Achad Haams nichts anderes als was ich selbst dort manchmal bis auf Einzelheiten gleichlautend gesagt. Ich werde dort nicht müde zu betonen, daß er in seiner Grundanschauung in der Auf* fassung von dem Wesen des Judentums den Richtlinienrabbinern nahesteht, daß aber keiner ihre praktische Methode schärfer und geistvoller bekämpft hat als er. Ich habe selbst seine Verherrlichung des Sabbath, seine Polemik gegen die צעירים:, seine Verspottung des bibelkritischen Unterrichts am Jaffaer Gjunnasium hervorgehoben. Und Herr. Dr. Blau wieder gibt ״ausdrücklich und rückhaltslos zu, daß uns eine unüberbrückbare Kluft von Achad Haam trennt.“ Was soll also die Ausein־ andersetzung“? Es würde mir übrigens nicht schwer fallen — ich kenne meinen Achad Haam ebensogut — recht viele Ausfälle A. H’s gegen das konservative Judentum, die wenigstens von diesem als solche empfunden werden müssen, anzuführen. Herr Dr. Blau spricht ferner von dem Nathan Birnbaum des ״Gottes Volk“, ich hatte es mit dem Mathias Acher der früheren Jahrzehnte zu tun, und dieser ist der um die Erneuerung des Nationalbewußtseins hochverdiente, der als repräsentativ für den Zionismus angesprochen werden muß. Auch Bialik, Perez, Scholem Aleichem als thoratreue Zionisten bezeichnen zu wollen, scheint mir nur auf Grund einer sehr toleranten Fassung des Begriffes der Thoratreue möglich. Sie rücken weit ab von der radikalen Negation, dem religiösen Nihilismus der Haskala aber wie fern liegt ihnen, trotz aller gelegentlichen Verherrlichung, תרדה! ועבודה in unserem Sinne. Die Antwort auf die prinzipielle Seite der Frage wolle sich der Leser, wie erwähnt, aus meinen früheren Aufsätzen holen und darf er z. T. auch aus meinem demnächst erscheinenden Schlußartikel über den Zionismus erwarten. Mit Genugtuung konstatieren wir jedenfalls, daß Herr Dr. Blau das thoratreue Judentum nicht als religiöses Parteibekenntnis angesehen wissen wollte. 29

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