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Jeschurun · 1918-07-01 · Heft 7 (Juli 1918) · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 7 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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Zionismus und Misrachismus. 421 sind die Mittel wertlos, sobald der Zweck erreicht ist. Nicht also bei heiligen Dingen, hier heiligt tatsächlich der Zweck die Mittel, wir können sie nicht mehr ändern oder ersetzen, selbst wenn der Zweck wegtällt; hier gibt es weder Kern noch Schale, die Schale schafft sich den Kern und muß mit dem Kern bewahrt bleiben (vgl. dort das Beispiel vom Thora- Schreiber S. 182). Mit ironischen Worten wendet er sich gegen die Deformer, die es für möglich halten, die Schale der Religion — die praktischen Gebote — zu eliminieren und lediglich ihren Kern - die abstrakte Idee — zu bewahren. Sie wollen nicht bedenken, daß der alte Krug einzig in seiner alten Form heilig ist und sein Inhalt einzig durch diese Form geheiligt wird. Wir kennen wenige so geistvolle, schönheitsverklärte Begründungen für die Notwendigkeit der Erhaltung des Thoragebotes als diese Achad Haams: (In ähnlichen Gedankengängen, wenn auch nüchterner, sind die Ausführungen Ruppins, die Juden der Gegenwart, S. 1S8 und S. 147 gehalten). Welch vernichtende Worte findet Achad Haam gegen die Reformbewegung, diese sei nur negativ, sie negiere die mündliehe Lehre, zerstöre nicht allein teuer gewordene Glaubensanschauungen und Bräuche, sondern taste auch den Daseinskern und die Einheit des Volkes an. Seit den Tagen Mendelssohns fehle ihnen jede herzhafte Begeisterung, Ode und Leere sei in den prunkvollen Tempeln mit ihren Phrasenpredigten. Ihre einzige Paradeleistung, die sogenannte moderne jüdische Wissenschaft, erschöpfe sich in Beschnüffelung von Leichen und Knochen, ergehe sich in kleinlichen Detail-Untersuchungen und allerlei Kommentaren über alte Liturgien und Exegeten. als ob ihnen jeder derselben besonders nahe stünde. Dabei fehlt all diesen der große nationale Glaubenszug und Inhalt. Hier steht ein Meilenzeiger und dieser zeigt nach Osten, dem Lande der Väter, das Judentum wurzelt in der Vergangenheit und strebt in die Zukunft. Wir sehen, begeisterter und schwunghafter konnte der überzeugteste Gesetzesanhänger nicht das Wahngebilde der Reformbestrebungen zerreißen und für die Erhaltung des Traditionellen sich ereifern.

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