Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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420 Zionismus und Misrachismus. zustellen? Haben nicht schon manche unter uns (auch ist das Projekt schon von russischen גדולים gedacht worden) mit Sehnsucht an eine Zeit gedacht, wo ein höchstes Forum, ein בית דין? welches גדול בחכמה ובמגין das Höchste an geistigen! Schwer־ gewicht und talmudischer Autorität besäße, in Jerusalem geschaffen würde, um als höchste Instanz der Gesamtjudenheit, bei unbedingter Anerkennung des Schulchan Aruch, manche Einzelbestimmungen autoritativ erleichtern würde, um dafür aber die Wucht und den Glanz der übrigen מצות desto vertiefter und wiederholter dem Thoratreuen einzuprägen 1). Nach meiner Auffassung tut W. Achad Haam Unrecht, wenn er glaubt, A. H. betrachte alle in der heiligen Schrift vorgeschriebenen Gesetze, soweit sie nicht gerade spezifisch ethischen Inhalts seien, für antiquiert (Jeschurun, III. Jahrg. Heft 11, S. 612) und zumeist im Widerspruch mit der Lehre des Herzens stehend. Wer mit solch herzenswarmer Überzeugung immer neue Argumente für die ErhaltungsWürdigkeit und Schönheit der Thoragesetze in ihrer Ganzheit sucht, wie Achad Haam, dem können m. E. diese Gesetze nicht als antiquiert gelten. Mit einer ihm sonst ungewohnten schwungvollen Beredsamkeit eifert Achad Haan! für die unbedingte Einsetzung und Heilighaltung des Sabbat in jeder jüdischen Gemeinschaft (Al Par. Her. Bd. II, S. 78f.) gegen Nordau, der sich als Freigeist aufspielte und auf Befragen eines jüdischen Blattes dieser Frage als für ihn irrelevant bezeichnete, und Achad Haam prägt hierbei den klassischen Satz: יותר משישראל שמרו את השבת שמרה השבח אותם. In seinem Aufsatz מHeiliges und Profanes“ (übersetzt von Friedländer, Band I, S. 187f.) nimmt Achad Haam mit prächtigem Eifer das jüdische Gesetz en bloc in Schutz. In profanen Dingen, meint Achad Haam, 1j Wir erinnern daran, daß schon Eabbi I.-Berab (1474—1546) mit Zustimmung von Josef Caro und Moses v. Trani in Safed eine Art Synhedrin (סבליכדל) ins Leben rufen wollte, damit es ein einziges von der höchsten Autorität getragenes Forum zur Entscheidung religiöser Streitfragen in ganz Israel gäbe (s. Graetz, Bd. XII, S. 290f.).