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Jeschurun · 1918-07-01 · Heft 7 (Juli 1918) · page 38

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 7 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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418 Zionismus ־und Misrachismns. Sabbat fortan nicht mehr zur Stadt fahren So könnte es auch mit der Eisenbahn kommen. So denken wir uns ein praktisches Beispiel. Nun wendet W. theoretisch ein. daß der Zionismus mit seinen Lehren eine ebenso große Gefahr für das konservative Judentum bedeute wie der Liberalismus. Denn nach Ansicht ״aller, aller national-jüdischen Schriftsteller״ kann die Religion nur eine unter den Funktionen der (jüdischen) Volksseele genannt werden und muß sich mit der Entwicklung des Volkslebens wandeln*‘, (ib. S 151) Demgegenüber sage ich wieder, daß keineswegs alle namhaften nationaljüdischen Schriftsteiler dieser Meinung sind. Mathias Ach er nicht (s. sein neuestes Buch: Gottes Volk. S. 11,13f.) und Achad Haam nicht. Acher, durch glüht von selbsterleber Gottesbegeisterung, möchte sein Volk zu persönlichster, innigster Glaubensfrömmigkeit geleiten. Mit ingrimmiger Ironie spricht Acher von den ״Heidenrebellen“, den Nationalisten des jüdischen Ostens, die das gläubige Volk von den Quellen echter Heiligkeit abwenden wollen, um ihnen die abgestandene europäisch - gefärbte Zivilisation dafür zu vermitteln. Und im Schlußkapitel, den ״Worten der Aufsteigenden,“ lesen wir als einen der Hauptgrundsätze, daß es jedes bewußten Juden Pflicht sei: ״das Lernen der Lehre und des Talmud zur Grundlage der Erziehung unserer Söhne und Tochter zu machen, sie in der heiligen Sprache und in allen Dingen, die Juden wissen müssen, zu unterrichten und ihnen die Möglichkeit zu geben, dies alles und die Wissenschaft der Welt in jüdischer and gläubiger Umgebung und Weltanschauung zu lernen״ (Gottes Volk S. 471. Ebenso läßt sich Achad Haam mit seinen nach der Vergangenheit gerichteten Idealen, mit seinem Eintreten für die Unvergänglichkeit alter Religionsformen und religiöser Werte als ein Mitkämpfer misrachistischer Bestrebungen ansprechen. Wohlgemuth selbst gibt von Achag Haam zu: die religiöse Idee, die der geistigen Kultur des Judentums seit Jahrtausenden den Stempel aufgedrückt hat, wird (nach Achad Haam) auch hier (in der zukünftigen geistigen Arbeit

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