Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionismus und Misrachismus. 417 werden soll, — soviel ist doch als absolut sicher anzusehen, daß in einem zionistischen Gemeinwesen, wenn es auch keine jüdische Staatskirche geben sollte, unmöglich die alte Judennot anfangen darf, so daß etwa (um nur eine Schwierigkeit zu nennen) den Sabbat heiligenden Juden die Tausende von Stellen an der Bahn, Post, Schule und andere öffentliche Verwaltungsstellen unmöglich gemacht würden. Es wäre eine Ungeheuerlichkeit, zu denken, daß nicht der Sabbat als offizieller Ruhetag anerkannt werden sollte, ein Treubruch gegen das von Prof. Warburg am VIII. Kongreß gegebene Versprechen: ״daß die zionistische Organisation bei solchen Unternehmungen, bei denen religiöse Interessen berührt werden, den Anforderungen des religiösen, traditionellen Judentums Rechnung trägt.“ Jeder Zionist empfindet es als selbstverständliches nobile officium, vor der Größe der Sabbat-Institution sein Haupt zu beugen, und schon aus praktischen Erwägungen, um nicht die gesamte Orthodoxie, ״eine der stärksten Hoffnungen des Zionismus^ (so nennt sie Amitai im Märzheft des ״Juden'‘ S. 739) gegen sich zu entrüsten, wird man sich hüten, an diesem Eckpfeiler des historischen Judentums in der Öffeiitlichkeit zu rütteln. Und wie ein mit der offiziellen Sabbatruhe bedingter Stillstand des Eisenbahn- und Postverkehrs in praxi aussehen würde, darüber belehrt mich eine mir von Herrn Dr. Engel, derzeitigem Leiter der. Tachkemoni-Schule, mitgeteilte Geschichte: In :Jaffa ruhten am Sabbat, ebenso wie in allen Kolonien, alle jüdischen Geschäfte. Nun verkehrte zwischen J affa-Petach-Tikwa, Jaffa-Rechowoth, Jaffa-Katra etc. eine regelmäßige Diligence, die zuerst auch am Sabbat ihre Fahrten nicht aussetzte. Diese wurden dann am Sabbat meist von Arabern benutzt, um am Sabbat ihre Einkäufe bei nichtjüdischen Kaufleuten, da die jüdischen Läden alle geschlossen waren, zu machen. Dies war ein schwerer Schaden für die jüdischen Kaufleute, da die Araber sich schnell gewohnten, bei den Nichtjuden ständig zu kaufen. Um dies unmöglich zu machen, stellten einfach die jüdischen Besitzer der Diligencen den Verkehr ein, und die Araber konnten am