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Jeschurun · 1918-07-01 · Heft 7 (Juli 1918) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 7 (Juli 1918)
Date
1918-07-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Der Turm von Babel im Liebte der Kapitel des R. Elieser. 41 3 die Welt in ״Parteien“ und Völker zerfällt, ist jeder einzelne Mensch selbst ein wertvoller Pfeiler des Staatsbaues, den zu schützen das Interesse des Staates selber bildet. Stirbt aber ״drüben“ jemand, wird drüben der Bestand gelichtet, so ist ״hüben“ Freude; denn jedes ״Volk“ ist so stolz auf die Schwäche seiner Nachbaren wie auf seine eigene Kraft. So grausig nun die Weltgeschichte in ihrer Logik fortschreitet, so sicher ist die Menschheit nun vor jener neunmalklugen Selbstüberschätzung geschützt, welche dem Einzelnen in der ganzen Menschheit als solcher jeden Wert absprach, und welche auf der ganzen Erde uneingeschränkt wütete. Danach wird uns klar, was unser Kapitel mit folgenden Worten andeutet: ״Gott rief siebzig (Zahl der in der Torah aufgerechneten Völker), die Seinen Thron umgeben, und sprach zu ihnen: ״Kommet wir wollen ihre Sprache verwirren.“ Sie losten miteinander, und Gottes Los fiel auf Abraham und dessen Nachkommenschaft, Gott setzte einen Engel über jedes Volk; und Israel fiel ihm zum Erbteil, wie es heißt: Gottes Teil ist Sein Volk.“ (Deut 32,9). Sie ,wollten miteinander spreche^ aber erkannten nicht einer die Sprache des anderen. So griffen sie zum Schwerte und bekämpften einander bis zur Vernichtung, so daß die halbe Welt dort fiel. Von dort zerstreute Er sie über die ganze Erde hin.“ Mit der Einheitssprache verschwindet das einheitliche Denken und damit die Einheit des Gattungsbewußtseins. Die Menschen unterstellen sich nicht der allen zugedachten unmittelbaren Gnade Gottes, sondern machen sich zu ״Nationalcharakteren“, die nach eigenen Maßen gemessen sein ,wollen d. h. anderen Göttern dienen. VI. ״Abram, Sohn Terahs“, allein bemüht sich weiter um reine und ]autere Gotteserkenntnis und stellt sich und die Seinigen außerhalb des Gewirrs der Völkergeschichte. Waren jene zusammengeströmt, um sich von Gott und Seiner Weltleitung unabhängig zu entwickeln, und hatte Gott sie zum Schutze vor rettungsloser Verblendung der Zersplitterung preisgegeben, so entging Abram ihren Verlockungen zum Weltfriedensbunde und — ging in die Wüste? — Nein, gründete das jüdische Haus, das allein bestimmt war, wie eine Arche auf den Fluten der Weltgeschichte zu steuern nicht dahin, wo sie am besten ״sich einen Namen macht“, sondern dahin, wo Gott sie und die ganze Welt zu lenken gedenkt. vn. Hat der Regenbogen Gottes ewige Gnade a»gekündigt, nachdem die Flut das Strafgericht vollzogen, so hat Abrams Licht, vom Osten auf strahlend, das Licht, das heute noch allhabbathlich im Hause des Juden entzündet wird, das Dunkel der Völkergeschichte einsam, aber nicht ohne Dauer durchstrahlt wie ein Fixstern. Das jüdische Haus 28

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