Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Turm von Babel im Lichte der Kapitel des R. Elieser. 411 R■ E. und die Seinigen das alles wissen; denn damit wäre uns wenig gedient, zumal wir wahrscheinlich nicht mit Zeugnissen von Zeitgenossen unsere Nachforschungen belohnt sehen würden. Fruchtbar vielmehr ist die Erwägung, welche Gedanken unsere Weisen zur Annahme solcher ursächlichen Zusammenhänge veranlaßt haben. Denn auch sie redeten zu Vernünftigen. Was uns das Verständnis für diese Fragen erschwert, ist die landläufige Beziehung ״Turmbau.14 Wer den Text genau betrachtet, für dessen Blick steht der Stadt bau im Vordergrund. — Die Menschen sind infolge ihrer Vermehrung zur Auswanderung genötigt. Sie ״verschmähen das von Gott ihnen zugewiesene, liebliche Land.“ Sie wollen ״Platz,״ ״Ellenbogenfreiheit“; sie ״finden“ die Tiefebene. Offenbar sind sie im Begriffe, auseinander zu streben. Sie wissen aber, daß Gott die Erde der Üppigkeit entkleidet, die ihre Väter zur Sünde verleitet hatte; jetzt wollen sie in gemeinsamer Arbeit der Erde abringen, was diese den Vätern geschenkt. Die Arbeit ist ihr Stolz, ihr König ein Knecht der Knechte. Muß man aber zu solchem Zwecke ״Gottes Herrschaft abwerfen“? Wie unvermeidlich diese Folge für alle ist, die solchen Ideen huldigen, malt uns folgender Satz aus den ״Kapiteln“: ״Nimrod sprach: ״Wir wollen uns eine große Stadt erbauen und darin wohnen, damit wir nicht über die Erde hin zerstreut werden. Wir wollen darin einen Turm erbauen, so groß, daß wir darauf den Himmel ersteigen können. Denn Seine Kraft ist nur im Wasser; und damit machen wir uns einen Namen.“ In der Stadt wird also ein Bauwerk auf geführt, von dem aus das Wasser der Gewalt Gottes entzogen, das Wetter geregelt werden soll. (Auch Raschi erklärt, die Leute der Haflagah hätten sich von ״Gottes Regentropfen lossagen wollen.“ Und oft legen unsere Weisen den Frevlern, z. B. dem Titus, die Auffassung in den Mund, daß Gottes Kraft allein über Wasser herrscht). Dieses Unternehmen ist an sich selbstverständlich nicht, das was als ״Vermessenheit“ von Gott hier gestraft wird. Was kann Unrechtes daran sein, daß der Mensch sich von den unbeständigen Naturgewalten unabhängig machen will? ״Von mir aus,“ spricht Gott, ״soll ihnen nicht mißraten, was immer sie zu tun sich vermessen.“ — Aber sie wollten ״sich einen Namen machen.“ Es war schon einen ״Namen“ wert, was sie leisten. Und fehlte es etwa an Begeisterung? Auch darüber weiß uns das ״Kapitel“ zu erzählen. III. ״Dort waren keine Steine zur Erbauung der Stadt und des Turmes. Was taten sie? Sie glühten und brannten Ziegel, wie man Ton formt, bis sie sie 70 Mil hoch bauten. Sieben Stufen hatte er im Osten (der Turm), sieben in Westen. Wer die Ziegel hinauftrug, kam vom Osten;