Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1918)
- Date
- 1918-07-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Literarische Notizen, des Vaters aller Menschen1) dankbar und freudig erfahren? Was wäre sein Leben ohne Gottes Beistand! Aber eben deshalb, weil der Glaube den unerschütterlichen, gar nicht hinwegzudenkenden Grund seines Daseins bildet — eben deshalb bittet er den höchsten Richter, den frechen Hohn Lügen zu strafen und durch die Züchtigung der Frevler dem Rechte zum ״Emporstrahlen“ (Vers 1), zur Offenbarung zu verhelfen. Die sämtlichen Stellen zu besprechen, an denen von Sühne und Strafe in der Bibel die Rede ist, scheint weder möglich, noch nach dem Vorhergehenden erforderlich. Der Standpunkt des Judentums und dessen Recht liegt nunmehr zu Tage. Wir billigen weder atavistische, rechtswidrige Rachegelüste noch den Rechtsverzicht eines weitabgekehrten, vielleicht auch weltmüden Kreises- Das Recht, wie das Judentum es lehrt, gelindert durch Liebe und Billigkeit, bestimme das Verhältnis der Menschen. Literarische Notizen. Von Rektor Dr. D. Hoff mann. XVIII. Bezüglich der Zeit der Eroberung Jerusalems befindet sich ein Widerspruch zwischen der Angabe der heil. Schrift (Jer, 39,2. 52,6—7) und der Mischnah (Taanith 4,6). Nach dem Berichte der Bibel wurde die Stadt am 9. des 4. Monats erstürmt, während nach der Misch nah dieses traurige Ereignis am 17. Tammus stattgefunden hat. Der babylonische Talmud (Taanith 28b) bezieht die Angabe der Mischnah auf die Eroberung durch die Römer zur Zeit des zweiten Tempels (was ף Ich kann nicht umhin, die Bemerkung eines christlichen Theo« logen (Keßler in Stracks Handkommentar) zu Vers 8 ohne jede Kritik, nur mit einer Sperrung, hierherzusetzen: ״Zu dem im A. T. fast auffälligen Gedanken, daß Gott auch auf die Heiden erziehend einwirkt, vergl. Jonas 4,101“ 27