Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 120)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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376 Bücherbesprechung. einfaches Weib war ich im Leben, im Handeln und Erwerben flössen meine Tage dahin; und alles dieses habe ich getan, auf daß mein Gatte Dir in Aufrichtigkeit dienen, sein ganzes Leben Deiner heiligen Thora weihen könne. Zum Lohn hierfür hat er aus freiem Willen mir die Hälfte seines Anteils am Gan Eden abgetreten, und hier bringe ich vor den Thron Deiner Herrlichkeit den von seiner eigenen Hand geschriebenen und Unterzeichneten Vertrag. So nimm mich denn in Gnaden in Dein Gan Eden auf, und laß an seiner Seite mich weilen; denn mit ihm wandelte ich in Deiner Welt, der Welt der Vergänglichkeit, mit ihm vereint möchte ich der ewigen Selig־ keit teilhaftig werden!“״ . . . Die Kinder erfüllten ihren Wunsch, und als sie die Mutter zu Grabe geleiteten, gaben sie ihr jenes Schreiben mit in den Sarg. . . Die Erinnerung an Hechele und ihr Kuhm lebt noch heute im Munde der Einwohner unserer Vaterstadt fort, als eines Vorbildes an Schlichtheit, Kedlichjkeit und Wohltätigkeit . . Eine solche Frau nannte man eine Esches chajil — in der alten Zeit. Bücherbesprechung. Birnbaum, Dr. N. Gottes Volk. Verlag vonR. Löwit, Berlin-Wien. Rosenzweig Dr. F. Zeit ist’s. Im gleichen Verlage. Wer noch eines Beweises dafür bedurfte, wie verheißungsvoll nach den Jahrzehnten des Niederganges, die selbst manchem Glaubensfesten den unaufhaltsamen Verfall vorzubereiten schienen, heute wieder da und dort, und gerade in den Besten, in den geborenen Führernaturen, Liebe zum echten Judentum aufkeimt, mag den Beweis diesen beiden kürzlich erschienenen Schriften entnehmen. Zwei kleine Broschüren sind es von wenigen Seiten Umfang — und dennoch zwei Sensationen. Schon um der Verfasser willen. Der eine, ein ostjüdischer Schriftsteller, der, dem jüdischen Publikum wohlbekannt, seit Jahrzehnten in der ersten Reihe der ״Erneuerer“ jüdischen Volksgeistes kämpfte und jetzt — nicht ganz unvermittelt — aber doch mit überraschender Beredsamkeit und 56989^