Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus der alten Zeit. 373 daß Herz und Seele in ikr jubilierten. Wären nicht die Menschen im Zimmer gewesen, sie hätte am liebsten laut aufgejauchzt. Nur die Augen Davidl’s, die sieh von Zeit zu Zeit auf sie richteten, brachten sie in Verwirrung, und sie konnte sich nicht erklären warum? - . . Und ihre Mutter? Die Esches chajil? Sie saß behaglich zurückgelehnt auf ihrem Platze, und mit Blicken voll unendlicher Liebe schaute sie bald auf ihre Tochter Perele, die an Davidl’s Seite saß, bald auf ihren Mann R. Jekele, der im Zimmer auf und abging und mit einer lieblichen Stimme, die tief aus dem Herzen kam, das heilige und erhebende Lied sang: 0״, kommet, bringt Frieden, ״Ihr Engel des Friedens, ״Ihr Diener des Höchsten, ,,Des Königs aller Könige, ״Des Heiligen, gelobt sei er“! Und nachdem R. Jekele die Friedensengel begrüßt hatte, die allsabbatblich unter sein gastliches Dach traten, erhob er jubelnd und jauchzend seine Stimme und sang: ״Ein wacker Weib, so schwer zu finden, ״Weit über Perlen geht ihr WTert! ״Auf sie vertraut des Gatten Herz, ״An Gütern fehlt es nimmer ihm! Sie tut ihm Gutes, niemals Leid Ihr ganzes Leben lang!“ * So sang er das Lied bis zu Ende, das Lied, das in allen seinen Teilen vom Ruhme seines Weibes Rechele wiederklang denn nur sie war sicherlich mit diesem Liede gemeint, als wenn der weise König dies Lied nur ihr zu Ehren verfaßt hätte . . . ״Sieh doch, liebe Esches chajil,“ sagt ihr Mann, nachdem er das Lied zu Ende gesungen hatte, fröhlich zu ihr, ״sieh nur, ich habe dein Loblied gesungen, du selbst hast es mit angehört. Zum Lohn dafür gib uns von den Leckerbissen und Delikatessen, die Du dem Sabbath zu Ehren angerichtet hast. . Das Schlüsselbund klirrte leise, denn Rechele erhob sich, um auf ihrem Posten zu stehen. Nachdem R. Jekele über Wein