Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus der alten Zeit. 37! R. Jekele dachte einen Augenblick nach. ״Wie Du willst,״ antwortete er darauf, ״wir wollen ehrlich teilen, wenn wir nur etwas zu teilen haben werden — sage mir nun, bist Du jetzt zufrieden? . . .״ ״Mit Worten allein begnüge ich mich nicht!״ ״Was willst Du noch? . . ״Ich will, daß Du mir das, was wir eben besprochen haben, schriftlich vor zwei Zeugen gibst!״ R. Jekele lachte aus vollem Halse. ״Das nennt man wahrhaftig eine Esches chajil״, rief er lachend aus, ״mit Worten allein ist sie nicht zufrieden, sie muß es schwarz auf weiß haben — gut, auch damit bin ich einverstanden, ich werde Dir alles schriftlich, von zwei Zeugen unterschrieben, geben — wann aber wollen wir dieses Schrift» stück aufsetzen? Bestimme Du den Zeitpunkt!״ ״So Gott will, wenn wir die Tnoim unserer Tochter Perele schreiben. ״ ״So soll es recht sein!״ ״Nachdem Du mir meinen Wunsch erfüllt hast,״ sagte Rechele heiter, ״kann ich mich ja wieder meiner Arbeit zuwenden, denn ich habe noch vieles zu Ehren des Sabbaths vorzubereiten!״ * * Worte sind zu arm, um dem Leser die Wonne und das Behagen zu schildern, die in Recheles Hause an jenem Sabbath herrschten. Als R. Jekele am Abend nach dem Gottesdienst nach Hause zurückkehrte., schritt sein Gast Davidl, der Vetter seiner Frau, an seiner Seite, ein hochgewachsener, helläugiger und wohlgestalteter Jüngling. Hinter ihm gingen noch zwei Orchim, die R. Jekele, wie er es jeden Sabbath zu tun pflegte, zu Tisch geladen hatte. Das Haus schwamm in Lichterfülle; denn die zahlreichen auf Silber- und Bronzeleuchtern brennenden Lichter ergossen ihren Strahlenglanz auf das Haus und die ganze Einrichtung. Der geräumige Ofen strahlte eine angenehme, erquickende Wärme aus, und von dem langen Tisch, der mit allem Guten bedeckt war, kam den Eintretenden der 25*