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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 109

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 109)
Language
German
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Aus der alten Zeit. 365 War sie mit dieser Hauptarbeit fertig geworden, so machte sie sich an den großen Fisch, der schon auf sie wartete, daß sie ihn dem Sehabbos zu Ehren zubereiten sollte, schnitt ihn auf, schuppte ihn ab, zerteilte ihn, spülte jedes einzelne Stück in reinem Wasser ab und salzte ihn auf beiden Seiten ein, und das alles ging ihr flink und geschickt von der Hand. Von Zeit zu Zeit kam ihr Mann in die Kiiche, und seine Augen konnten sich nicht satt sehen an seiner schönen, molligen Frau, die mit bloßen Armen vor der Schüssel stand und mit Lust und Geschick ihre Arbeit tat. War niemand weiter in der Küche, so unterließ er es nicht, mit ihr zu scherzen und zu schäkern: ״Wahrhaftig“, neckte er sie, indem er ihre Wangen streichelte: ״meine Esches chajil kommt den ganzen Tag nicht zur Ruhe, immer muß sie arbeiten und schaffen, ohne Ende!“. . . ״Hände weg, Schlemihl!“ gab sie ihm, ebenfalls lachend, zur Antwort, ״Du störst mich nur bei der Arbeit!“ ״So wehre Dich doch, wenn Du kannst!“ erwiderte er, aus vollem Munde lachend. ״Ich werde Dir schon zeigen, Schlemihl, daß ich noch Wehr und Waffen habe, um mich gegen Dich zu verteidigen!“'. Bei diesen Worten schlug sie mit• der Hand aufs Wasser, und eine Menge Tropfen spritzten auf sein Gesicht und auf seinen Bart, so daß er ganz voll gespritzt wurde, und von allen Ecken und Enden Wasserbächlein von ihm rannen und rieselten . . . ״Jetzt wirst Du wohl mit Deinen Witzen aufhören, Schlemihi?“ lachte sie aus vollem Mund . . . Schlemihl hörte auch wirklich auf, aber auch er lachte über das ganze Gesicht und bewegte mit beiden Händen seinen Bart wie ein Sieb hin und her, um die Wassertropfen abzuschütteln, die an seinen Haaren hingen und sich in seinen, struppigen Bart verloren . . . Während dieser beiden Tage vereinigte dieses gute Weib in sich alle die guten Eigenschaften und alle die kleinen Mängel, die den Frauen eigen sind, so auch die Vorliebe,

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