Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aus der alten Zeit. 361 Der Kampf breitete sich immer mehr aus, und es wurde ein Gewimmel und Getümmel, daß der Staub vom Boden aufwirbelte und das Zimmer und alle Möbel bedeckte . . . In diesem Augenblick erschien ihr Lehrer II. Jekele auf der Türschwelle, die Tabakspfeife in der Hand . . . Der Kampf verstummte aus Respekt vor dem Lehrer, nur hie und da hörte man noch einige schwache Laute, wie das Knistern eines in sich zusammensinkenden Feuers . . . R. Jekele betrat bedächtig das Kampffeld und musterte die Kämpfer, die ohne Rock vor ihm standen; viele hielte« noch die Bettdecken und Kissen in der Hand, die zerrissen waren, und deren Inhalt, die Federn, mit dem Staub innig vermischt, in der Luft umhertanzten und das ganze Zimmer erfüllten. ״Weshalb ist hier der Kampf zwischen euch ausgebrochen?“ fragte R. Jekele, der trotz der größten Mühe doch nicht ein aufsteigendes Lächeln auf seinen Lippen unterdrücken konnte. Im ersten Augenblick waren alle bestürzt, denn bei der allgemeinen Verwirrung hatten sie schon fast vergessen, weswegen der Streit entstanden war. Aber nach einigen Minuten verlegenen Schweigens kamen sie wieder zur Besinnung. ״Dieser Dummkopf da6', fing der eine an, und zehn Stimmen setzten fort, ״behauptet, der Rebbe habe die Ansicht des Bamham? so aufgefaßt/' Und alle redeten nun in lautem Durcheinander von allen Enden des Zimmers aus den Rambam aus, ein jeder nach seiner Auffassung. ״Wenn Ihr alle durcheinander schreit, verstehe ich auch nicht einen von Euch“, unterbrach sie R. Jekele, ״einer nach dem andern soll sprechen. — Wer will der erste sein? Ahronle der Schwarzkopf — fange Du an!“ Ahronle setzte mit gewichtigem Stimmenaufwand dem Rabbi seine Auffassung auseinander. ״Schön“, erwiderte, nachdem er geendet hatte, R. Jekele, vor sich hin lächelnd. ״Und nun, gib Du zum Besten, was