Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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342 Das Masehal im Midrasch. sollen“; höhnte der Fuchs. (Teschuboth Hageonim Nr. 30, ed Jacob Mussafia! D. 1j Daß diese drei Fabeln in einem gewissen Zusamtnenh ange stehen und möglicherweise in eine sogenannte Sehachtelerzählung einbezogen waren, liegt auf der Hand, sie würden alsdann dem indischen Fabelkreise, der verschiedene Fabeln zu einem Ganzen in eine Erzählung vereinigt, angehören. Schon R. Hai Gaon weist auf das Indien en!stammende viele Fabeln vereinigende Gedicht Kalila ve Dimna hin, denen die vorliegenden Fabeln darin gleichen, daß sie, von Weisheits- und Sitteniehren ausgehend, diese durch sie erläutern. Und in der Tat, nicht allein nur diese äußere Form weist auf eine Verwandtschaft mit dem indischen Fabelkreise hin, sondern wesentliche Züge, die wir in der Ähnlichkeit der Bilder und Motive wahrnehmen. So wie in unserer Fabel der Fuchs den Wolf durch das Spiegelbild des Mondes im Wasser des Brunnens überlistet, so überlistet der Hase den Löwen in Kalila ve Dimna (herausg. von Friedr. Schulthess) S. 23, indem er ihm dessen eigenes Spiegelbild im Wasser der Cisterne als die Gestalt eines fremden feindlichen Löwen vortäuscht, auf den sich jener alsdann hinabstürzt und so ums Leben kommt. So zwingt der Hase den Eiefanten. den er überredet, seinen Rüssel ins Wasser zu tauchen, (das. S. 96) durch das Spiegelbild des zitternden, erzürnten Mondes, das er ihm als den wirklichen Mond und somit als eine mächtige Gottheit vortäuscht, zur Anbetung und Unterwerfung, indem er verspricht, die Hasen nicht mehr zu verfolgen. Die aus dem Fabelsehatze des R. Maier uns erhaltenen Fabeln können ihre fremde Heimat nicht verleugnen. Er mag jedoch noch über viele des eigenen heimatlichen Bodens verfügt haben. Was aber diese Fabeln betrifft, so mag noch auf folgendes aufmerksam gemacht werden. Fabel 1 hat zur Tendenz 'אברת 25,3 ,אברת רכל und צדיק, zu 3 setzt aber Raschi noch hinzu כלאזכי צדק; was hat es für Bewandtnis mit diesem Verse? Vielleicht bringt folgendes die Aufklärung. Die deutschen Volksbücher weisen viel orientalisches Sagengut, besonders das Indien entstammende, auf. V7ie das gekommen, mag hier unerörtert bleiben. So finden wir auch in ״Reinecke Fuchs“, der von Goethe bearbeiteten alten niederländischen Fabeldichtung, Stellen, die der indischen Dichtung Ka* lila vp Dimna und noch anderen orientalischen entlehnt sind, so z. B. 2, 90 ft. und 3. 145 ff. zusammengezogen entlehnt aus K v D. ״Affe und Keil“ (S. 3). Was uns aber besonders interessiert, sind die Verse 11, 105 ff. Hier haben wir auch das Motiv der beiden auf - und absteigenden Eimer im Brunnen, in den der in dem Wasser sitzende Fuchs die Wölfin herunterlockt. Wie sich diese Eimer begegnen, ruft die Wölfin ״voll erstaunen“ aus, wie das zugehe: worauf der Fuchs erwidert: