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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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Das Maschal im Midrasch. 341 stieg der andere hinauf. Nun setzte sich der Fuchs in den einen Eimer, der hinabrollte und der Wolf rief ihm nach, warum er denn hinabst-eige. ״Hier gibt es reichlich zu essen, Fleisch und Käse; sieh einmal hier den herrlichen Käse!“ und er wies ihn auf das Bild des Vollmonds hin, daß sich im Wasser des Brunnens wiederspiegelte. ״Wie komme ich denn hinunter?“ fragte der Wolf. ״Setz dich nur in den Eimer oben, dann wird es schon gehen“. Der Fuchs tat also, der Eimer rollte mit ihm hinunter, der Fuchs hinauf, der jenem dann auf die Frage, wie er wieder hinaufgelange, höhnisch antwortete: ״Der Fromme wird aus der Not gerettet, und der Frevler kommt an seine Stelle“ (Mischle 11,8j! Heißt es doch auch: ״Ge״ rechte Wrage und gerechtes Gewicht sei euch.“ Zu diesen zwei Meschalim, die Basehi anführt, kommt ein drittes, von R. Hai Gaon erwähnt, so daß also die Lesart in unseren Talmud drei Rätsel, nicht zu beanstanden ist. Dieses lautet: Der Fuchs traf auf einen Löwen, der ihn fressen wollte, da sagte er: ,Was hast du an mir zum Sattessen? Komm mit mir, ich will dir einen Platz zeigen, wo du einen fetten Menschen findest, an dem du dich reichlich sattessen kannst,“ Sie gingen dorthin. Da aber war eine mit Laub und Reisig verdeckte Grube (Wolfsfalle), hinter der ein Mensch (der Jäger) saß; da stutzte der Löwe und sprach: ״Ich fürchte mich vor der Tücke der Menschen, daß sie mich zu Fall bringen.“ ״Du brauchst dich nicht zu fürchten, antwortete der Fuchs, auch nicht dein Sohn, erst dein Enkel könnte für deine Sünde leiden; nur getrost! Stille deinen Hunger! Bis zu deinem Enkel ist es ja noch lange Zeit.“ Verlockt durch diese Rede, sprang der Löwe auf die Grube und stürzte hinunter. Dem Fuchs aber, der lauernd am Rande der Grube stand, rief der Löwe zu: ״Hast du mir nicht gesagt, die Strafe würde nicht mich, sondern erst meinen Enkel treffen?“ Antwortete der Fuchs: ״Sicherlich hat dein Großvater einst gesündigt, und nun mußt du dafür leiden!“ ״Ja, wahrlich sagte der Löwe: ״Die Väter haben Herlinge gegessen, und die Zähne der Kinder werden stumpf״. Daran hättest du früher denken

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