Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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340 Das Maschal irn Midrasch. menge dämpfte und dieses selbst vor den schlimmen Folgen einer unbesonnenen Handlung schützte. Es ist die Fabel von dem Kranich, der dem Löwen einen Knochen, der ihm im Halse stecken geblieben war, herauszieht und statt der in Aussicht gestellten Belohnung als er sie beansprucht, vom König höhnisch abgewiesen wird, er solle es als eine große Belohnung ansehen, daß er ungefährdet seinen Kopf aus dem Halse des Löwen ziehen konnte. — (Ber. r. 64, 10) Die Fuchsfabeln scheinen besonders beliebt gewesen zu sein. Es sei hier erinnert an die Fuchsfabel. mit der R. Akiba den Pappus abfertigt, der ihn überreden wollte, von seinem gefährlichen Tun, das Gesetz Gottes zu lehren, den römischen Verboten trotzend, abzulassen. Viel mehr für diese Beliebtheit spricht aber der Umstand daß nach Sanhedrin 38 b R. Meir über 300 (hyperbolische Zahl) Fuchsfabeln verfügt haben soll, von denen uns aber nur drei seien erhalten geblieben, und zwar erläuternde zu Jecheskiel 18,2. 3 B. M. 19, 36 und zu Mischle 11, 8. Raschi z. St. führt zwei von ihnen an: Der Fuchs verleitete den Wolf, am Freitag in das Judenviertel zu gehen und dort beim Vorbereiten der Mahlzeit auf den Sabbath zu helfen, um am Sabbath am Mahle teilzunehmen. Die Bewohner des Hofes fielen aber über den Wolf her prügelten ihn durch und verjagten ihn vom Hofe. Wutentbrannt wollte er Rache an dem Fuchs nehmen und ihn töten; dieser aber sagte: ״Was willst du von mir, ich bin nicht schuld an deinem Unfall, dein Vater trägt die Schuld für deine Schläge, der einmal bei den Vorbereitungen der Speisen auf den Sabbath geholfen, dann aber die schönsten und besten Stücke sich genommen hat.“ ״Und für den Vater soll ich büßen?“ ״Ja. denn in der Schrift heißt es (Jechesk. 18, 2); die Väter haben Herlinge gegessen, und die Zähne der Söhne werden stumpf. Aber komm, ich will dir einen Platz zeigen, wo du dich fein sattessen kannst“. So ging er mit ihm an einen Brunnen über dessen Ränder ein Holz lag, über welches ein Seil lief, an dessen Enden zwei Eimer hingen, ging der eine hinunter״.