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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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Das Maschal im Midrasch. 339 die Wichtigkeit des Maschal wird durch ein Maschal erklärt, der handgreiflichste Beweis, daß es seiner selbst bedarf, um das richtige Verständnis für es zu erlangen, es kann nur mit sich selbst verglichen und aus sich selbst erklärt werden. ״Das Maschal“. so lehren uns die Rabbanan in Midr. Schir. Hasch, r. 1,5., ״erscheine dir nicht als etwas Geringfügiges. denn durch das Maschal erlangt der Mensch tieferes Verständnis für die Worte der Thora. Es ist dies einem Könige zu vergleichen, dem ein Goldstück oder eine wertvolle Perle in seinem Hause verloren gegangen ist, vermittelst einer angezündeten Kerze, die nur einen Isser wert ist, kann er das Verlorene wiederfinden“; so werden auch die tiefen und feinen Gedanken, die die Thoraworte enthalten, erst durch das Maschal gefunden. Unter Maschal. wie es in den rabbinischen Schriften gebraucht wird, werden Fabeln. Mythen, Legenden, Beispiele aus dem Verkehr und Sprichwörter, die sogenannte Weisheit der Gasse, verstanden. Alles, was unter den Begriff des Maschal fällt, hat die Tendenz zu belehren und zwar durch Gleichnis. Unter den Fabeln sind zuerst die Tierfabeln zu nennen. Diese sind zwar nicht alle auf jüdischem Boden gewachsen, es gibt viele, deren Ursprungsort sich kaum bestimmen läßt, manche wieder, deren Heimat wir kennen, obwohl es bei diesen auch zweifelhaft ist. ob sie nicht auch entlehnt ist. So finden wir im Midrasch Fabeln römischen, bezw. griechischen Ursprungs, wie z. B. die vom Löwen und Kranich (Ber. r. 64, 10), oder von dem Auftrag R. Gamliels an seinen Sklaven Tobi, ihm das Beste vom Markte heimzubringen, den er damit erledigt, daß er für ihn eine Zunge einkauft, aber auch auf den Befehl, das Schlechteste heimzubringen, eine Zunge einkauft (Vajikra r. 31,1); eine Fabel zur Erläuterung von Mischle 18, 21. Oder die, mit welcher R. Josua ben Chananja1) die Aufregung einer über den Bruch eines kaiserlichen Versprechens empörten Volks- נ) Ob dieser R. Josua b. Chananja mit dem aus dem Zwist mit R. Gamliel bekannten R. Josua identisch ist, ist zweifelhaft. Vgl. de Rossi. Meor Enajih אבירי ביכה. cap. lf> 23*

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