Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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338 Das Masciial im Midrasch. Psalmen? Er will die Schwierigkeit, die der Vers uns mit der unlogisch scheinenden Aufforderung an Abraham aus seinem Lande, seinem Geburtsorte und seinem Vaterhause fortzugehen, da man doch zuerst das Vaterhaus, dann den Geburtsort und zuletzt das Land verläßt, mit dem Hinweis auf den angeführten Psalmvers lösen, daß mit dem לך nicht das einfache Fortgehen gemeint sei, sondern ein vollständiges Sichlossagen, ein Vergessen: wenn es sich aber darum handelt, dann ist es das Vaterhaus, das man zuletzt vergißt. Hier steht nun an der Spitze das Wort פתה, d. h. er eröffnete die Behandlung dieses Abschnittes mit jenem Vers, da müßte denn ein größerer Vortrag folgen, das ist aber nicht der Fall, es folgt nur ein kurzes Maschal, und der Midrasch geht dann zu einem anderen Verse über, dessen Erklärung R. Berechja ebenfalls mit einem anderen Verse einleitet. Ein Beweis, daß wir es hier nur mit Skizzen zu tun haben, die Ausführung des Vortrags ist nicht mitgeteilt. Das war es aber, dies sei nebensächlich bemerkt, was durch alle Jahrhunderte hindurch das Studium des Midrasch so fruchtbringend gemacht hat, es hat die schönste Anregung gegeben, an der Hand der kurzen Hinweise, sich in den Geist des Midrasch zu versenken und die Ausführung selbst zu finden: so sind denn stets die Redner die besten gewesen, die den Midrasch ihren Reden zugrunde gelegt haben und haben mit ihren Vorträgen sich ihre Zuhörer gewonnen und den größten Eindruck bei ihnen erzielt1). Was aber die agadischen Vorträge an den Sabbathen so sehr populär machte und die Menge anlockte und so gewaltigen und bleibenden Eindruck ausübte, das war die Anwendung des Maschal. Uber den Wert und die hohe Bedeutung des Maschal spricht sich der Midrasch selbst aus und, merkwürdig genug. ג) Zuweilen wird aber an das Textwort vermittelst eines ה״ה״ד zu dessen Erklärung auf einen anderen Vers hinge wiesen, oder ein solcher unmittelbar an es angefugt. Oft sind mehrere Autoren, die jeder einen anderen Vers zur Erklärung heranziehen, nacheinander angeführt, wie z. B. vier anschließend an :ותצא דיבד, Ber. r. 80,1 ff.; i /