Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Talmi!dis che Miscellen. 331 vrgl. Chagiga 12b. Aboda Sara 3b. — Seine Ansicht hat auch der Rambam Hilchat Talmud Thora Abschn. III, 13 und der Schulchan Aruch Orach Chajim Abschn. 283 u. Jore Dea 246 23 als dringende Mahnung an jeden einzelnen rezipiert. X. In Joma 22b hält Rabbi Jonatan den Vorder- und Nachsatz in Hosea II, 1 gegeneinander. Während der Anfang lautet: ״ יחיה מספר בני ישראלdie Kinder Israel haben eine Zahl . . ., heißt es in der Fortsetzung כחיל הים אשר לא ימר ולא יספר ״wie der Sand am Meere, der nicht gemessen und nicht ge־־ zählt wird“. Diesen scheinbaren Widerspruch sucht er folgendermaßen zu lösen: באן בזמן שישראל עושין רצעו ׳סלי מקום, באן בזמן שאין עושי; רצונו של מקום. Nach gewöhnlicher Auffassung meinte Rabbi Jonatan: Wenn Israel Gottes Willen vollbringt, sei es nicht zu messen und nicht zu zählen, anderenfalls jedoch sei es zählbar. Indessen dürfte es m. E. dem Geiste der talmudischen Lehrweise weit mehr entsprechen, das כאל בזמן שישראל עושי; רצונו של מקום auf den Beginn והיה מספר בני ישראל und den Schluß באן שאי; עושין רצעו של מקום auf das Ende בהול הים אשר לא ימד ולא יספר zu beziehen. Aus der Mischna im Traktat Orla III, 6 — vrgl. Talmud Beza ob — geht nämlich deutlich hervor, daß alles, was im Verkehr gezählt wird, wertvoller ist als dasjenige, was man gemeinhin nur mißt. In dem erwähnten Schriftworte fiel nun dem Rabbi Jonatan auf. daß der Prophet zuerst betont: ״Die Kinder Israel haben eine Zahl — sie werden einzelnen gezählt — . .während er unmittelbar danach sagt: ״sie gleichen dem Sande des Meeres, der nicht gemessen und nicht gezählt wird? Hierauf antwortet er: Wenn die Kinder Israel Gottes Willen tun, dann werden sie gezählt, dann repräsentiert jeder einzelne von ihnen eine besondere Achtung gebietende Persönlichkeit; wenn sie aber Gottes Willen nicht beachten, dann gleichen sie dem Sande des Meeres, der nicht einmal gemessen, geschweige denn gezählt wird.