Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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Talmudische Miscellen. 328 Talmudische Miscellen. Von Rabbiner Dr. Schiffer-Karlsruhe. VIII. ד In Erubin 13a wird gelehrt: Zwei und ein halbes Jahr stritten die Weisen aus der Schule Schammais und Hilleis über die Schöpfung des Menschen, die Einen verneinten, die Andern bejahten den Wert derselben, הללי אומרים נדה לי לאדם שלא נברא יותר משנברא, יחללו אומרים נוח לו לאדם שנברא יוהד משלא נברא... Diese scheinbar an der Menschenschöpfung Kritik übende, dem Thorasatze: ״Gott sah alles, was er vollbracht, und siehe, es war sehr gut“ widersprechende Ansicht der Schammaiten hat seit jeher die Talmud erklärer zu den mannigfachsten Deutungen herausgefordert (vgl. u. a. מחרש״א und die Kommentare zum עין יעקב). Rabbi Jakob Emden in seinen talmudischen Glossen verweist zutreffend auf Kohelet IV, 1 u. fg., woselbst es heißt: ״Wiederum sah ich all die Gewalttaten, die unter der Sonne geschehen, die Tränen der Unterdrückten, die keinen Tröster haben.. da pries ich glücklicher, die bereits gestorben sind, als die noch Lebenden, und noch glücklicher als beide denjenigen, der noch gar nicht geworden ist. . .“ Hier wäre demnach schon die pessimistische Lebensanschauung der Schammaiten in den düstersten Farben gekennzeichnet. Gleichwohl fügt Rabbi J. E. seinem berechtigten Hinweise auf Kohelet die drei bezeichnenden Schlußworte hinzu: אבל צ״ע ליישב• Vielleich dachte er, daß durch die bloße Übereinstimmung mit Kohelet die Schwierigkeit an sich nicht gelöst sei. M. E. ist das נוח לו לאדם nicht, wie dies allgemein geschieht: ״es wäre besser für den Menschen..., sondern es wäre behaglicher, angenehmer dem Menschen, wenn er nicht geschaffen worden wäre,“ zu übersetzen* 2). Somit haben נ) Vrgl. Jesehurun IIS. 329—332. IIIS. 165—169 u. IV S. 822—327. 2) Die Zulässigkeit dieser Deutung dürften Stellen, wie בל מגררח זהברירת ברחה דליכלנר — Abot III, 12 und בחת ררח מציתי לבעלי — Ketub. 95 a zur Genüge erhärten.