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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 325 ihren Aussprüchen keine Bedeutung beilegen. Er gehört somit zu den Vertretern des sogenannten שיקול הרעת, die vor allem die rationelle Deutung in den Vordergrund stellen. Erwähnenswert erscheint uns noch seine Ansicht, daß Gott dem Volke die Gebote erst gegeben hat, nachdem Er ihnen die Kraft zu ihrer Ausführung verliehen, — eine Anschauung, die im wesentlichen dem Wort des Talmud entspricht, wonach die Thora nicht den Engeln gegeben sei, sondern nur für die Menschen, die sie nur nach ihren Kräften zu üben verpflichtet seien. — Aus der Megillah S’torim ist auch manches in das den Namen des R’Jehuda Hachassid tragende חסידים 'D ühergegangen. — Von halachischen Schriften R’Nissims ist noch ein ס׳הסצות zu nennen, in den! auch die ethischen Vorschriften nach logischen Grundsätzen behandelt wurden; das Werk ist aber nur aus Anführungen bei Späteren bekannt. Als anerkannte halachische Autorität entfaltete Nissim auch eine große Tätigkeit durch Erteilung von Bescheiden, die zumeist arabisch geschrieben waren. Eine weitreichende Bedeutung erlangte eine populäre Schrift, die unter dem Titel ס׳חמעשיית vielfache Bearbeitungen erfuhr. Der Zweck dieses Buches, dessen eigentlicher Name im arabischen Original ״Buch von der Befreiung aus Unglück und der Hilfe aus der Not“ lautete, und dem im Hebräischen die Bezeichnung הבור יסה מהישיעה entspricht1), war, durch anziehende Erzählungen aus dem reichen Agadaschatz, die durch Trauerfälle und Schicksalsschläge Darniedergebeugten zu trösten und zu erheben; ursprünglich war es für seinen Schwiegervater Dunasch bestimmt, um ihn nach dem Tode eines Sohnes aufzurichten. Es werden Erzählungen angeführt, die samtlieh eine tröstende Tendenz haben und den Trauernden öder Verzweifelnden mit Vertrauen auf die göttliche Gerechtigkeit *) Die Autorschaft R’Nissim s für dieses Werk, wurde, trotz den Ausführungen von Rappoport, Zunz und Steinschneider, noch immer bestritten; endgiltig hat sie Harkavy in der Festschrift für Steinschneider i'estgestellt. der auch Proben aus den von ihm aufgefundenen Fragmenten des arab. Originals mit hebräischer Übersetzung veröffentlichte.

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