Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 321 ה^ב הראש bezeichnet. Von seinem hohen Ansehen zeugh es auch, daß andere noräafrikanische Gemeinden seiner Vermittelung für Anfragen an das Gaonat sich bedienten. Obwohl das Interesse Jacob ben Nissims ausschließlich dem Talmud zugewendet war, beschäftigte ihn dach nicht nur das rein Haliachische in ihm, sondern er suchte sich auch von den Geonim über manches Sprachliche, wie über Realien und das innere Leben der Akademien unterrichten zu lassen. Vor allem lag ihm daran, über die Entstehung der halachischen Grundschrift, der Mischna, und die zu ihrer Anlage führenden Vorbedingungen Aufschluß zu erhalten, ein Streben, das er mit der ja als von allseitigem Wissensdrang erfüllten Gemeinde seines Wohnorts teilte. So richtete er denn in deren Auftrag an Scherira eine Anfrage hierüber, die diesem Anlaß zu dem bereits oben dargestellten Sendschreiben gab. Wenn unsere Talmudlehrer sagen, daß durch einen Verdienstvollen auch ein Verdienst für weitere Kreise erwirkt wird — מגלגלין זכות ל ידי זבא'>, so hat sich Jacob hierdurch ein ebenso dauerndes Andenken gesichert, wie sein geonäischer Gönner. Ein fernerer bleibender Nachruhm erstand ihm aber in seinem Sohn R י Ni ssim!)ל der, auf der vom Vater gelegten Grund- "läge weiter bauend, für die Geschichte der Halacha besonders Hervorragendes geleistet hat, aber auch auf anderen Gebieten eine fruchtbare Tätigkeit entfaltete. Nach dem Niedergänge der Hochschulen, die den Mittelpunkt der Belehrung über die halachische Praxis und die Auslegung des Talmuds bildeten, stellte sich die Notwendigkeit heraus, die Gemara so zu erläutern, daß deren Inhalt weiteren Kreisen verständlieh wurde. Aus der geonäisehen Zeit besitzen wir, außer ganz kurzen, über das Sprachliche kaum hinausgehende Bemerkungen, keine zusammenfassenden oder fortlaufenden Kommentare zum Talmud. Die veränderten Zeitverhältnisse bedingten aber die Beschaffung von Hilfsmitteln, um auch Un- :) Über R’Nissim schrieb zuerst S. L. Kappoport seine klassische Studie in בכרדי דלדתיים, Jhrg. 5592, dann Poznanski in der genannten Abhandlung über Kaiman. 22