Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 317׳ entfaltete, als Halachist aber nur wenig Geltung erlangt hat — konnte der. Bestand der Metibta für die Dauer nicht sichern. Mit seinem im Jahre 1034 erfolgten Tode erlosch die einst so hochberühmte Lehrstätte. Der Hochschule zu Pumbadita, die ihren Ursprung auf die, nach der Überlieferung, sehr alte Jeschiba zu Nehardea zurückführen konnte, war zu dieser Zeit noch ein besonderes Los beschieden. indem, nach mannigfachen Wirren allerdings, innerhalb der zum Gaonat geeigneten Gelehrten, sie zwei ganz hervorragende Leiter ihr eigen nennen konnte: Scherira ben Chananja, der, aus dem davidschen Geschlecht und einer den Exilarchen nahestehenden Familie stammend, ein großes Maß von Energie besaß und mit seinem ebenso umfangreichen, wie tief eindringenden Wissen einen offenen Blick für die verschiedenen Fälle der Praxis vereinigte, wie wir aus seinen zahlreichen Bescheiden ersehen, die sich über die mannigfachsten Fragen des religiösen Lebens erstrecken. Da er auch eine ausgezeichnete Lehrmethode besaß, so gelang es ihm, auf die zahlreichen von verschiedenen Ländern her ihm zuströmenden Schüler einen sehr segensreichen Einfluß auszuiiben; der Nachwelt aber hat er ganz besonders durch seinen Brief an Jacob ben Nissim in Nordafrika über die geschichtliche Entwickelung der mündlichen Lehre und die Reihenfolge ihrer Träger bis zu seiner Zeit (i. J. 987) 1j ein unschätzbares Dokument von bewundernswerter Darstellung und peinlicher Zuverlässig- נ) Das Sendschreiben Scheriras, bekannt u. d. T. אגדת דר׳ שרירא גאון ist vielfach gedruckt worden; eine durchaus zuverlässige Ausgabe desselben, Kritisch nach verschiedenen Mscrpt. bearbeitet, erscheint jetzt durch die Bemühungen der Jüd.־literar. Gesellschaft in Frf. a. M. durch B M. Levin in Petach-Tikwa, der auch im Jahrbuch dieser Vereinigung Bd. VII. Prolegomena zu einer neuen Edition und ebendort, Bd.VTII, eine Biographie dieses Gaons gab, der er eine kurze hebr. Bearbeitung vor einiger Zeit (Jerusalem 1915) folgen ließ — Es sei hier auch darauf hingewiesen, daß uns der sog. Scherirabrief in einer doppelten .Rezension vorliegt, in einer sog. spanischen, wonach die Mischna von R. Jehuda Hannassi schriftlich fixiert, und einer französisch-deutschen, wonach diese nach der Redaktion auch nur noch mündlich tradiert wurde.