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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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Von. den Juden Ostgaliziens und ihrer Jugend. 311 sprechen, verzehren die Jungen ihr Brot. ויאכל רישת ויקם וילך. Die Assimilation an עשו hindert sie auch, ברכה המזון zu sprechen. Sie essen und trinken, stehen auf und wandern weiter. — Der Knabenorganisation entsprechen auch die Mädchengruppen, und daß die zionistischen Studentenverbindungen, von denen an Universität und technischer Vorschule mehrere bestehen, in dem gleichen religiösen Sinne tätig sind, versteht sich nach alledem von selbst. Man wird nun vielleicht entgegnen: warum klagen, ist die zionistische Jugend nicht eine erfreuliche Erscheinung, wo doch früher die Assimilation unter ihr herrschte? Käme die zionistische Jugend nur aus Assimilantenkreisen, dann hätte der Frager recht. Aber in Wirklichkeit sind die zionistischen Gymnasiasten und noch mehr die übrige Jungmanschaft des Zionismus Kinder orthodoxer Eltern, und mit dem Eintritt in das Gymnasium und die Dachorganisation sagt der Junge der Befolgung des Beligionsgesetzes Lebewohl. Ist schon in der Großstadt diese Entwickelung überaus schädlich, so bildet sie eine noch größere Gefahr für die Landbevölkerung. Ich war zuletzt in einer als besonders fromm geltenden Gegend, und doch ist auch hier überall der Einfluß des Zionismus bemerkbar. Der den Juden innewohnende Drang nach Bildung führt auch die Dorfjugend den Gymnasien der Kreisstädte zu. und mit der neuen Auffassung des Judentums ausgestattet kehrt sie heim und verbreitet diese besonders leicht, da der Gymnasiast dort als Autorität angestaunt wird. Auch hier löst der Zionismus nicht die Assimilation, sondern die Orthodoxie ab. Wie ist es nun um die orthodoxe Jugend bestellt? Von bewußt orthodoxer Jugend kann eigentlich nur bei einem geringen Teil die Rede sein. Die orthodoxe Jugend ist das Spiegelbild der ostgalizischen Orthodoxie in ihrer ganzen Verworrenheit, und die Jugenderziehung der Orthodoxie -־-־ in Lemberg ebenso wie auf dem Lande — ist das traurigste Kapitel meiner Beobachtungen. Ich will zum Besten der

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