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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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308 Von den Juden Ostgaliziens und ihrer Jugend. עול מצות und doch ein guter Jude sein und bleiben. Das verfehlt seine Wirkufig nicht. So war es innere Notwendigkeit, daß der galizische Zionismus das Prinzip der Religionsfreiheit auf die Fahne schrieb. Ein Nonsens ist es zu glauben, er hätte hier wie anderswo eine positive thoratreue Richtung nehmen können, wenn die Orthodoxie von vornherein an dem Bau des Zionismus mit gearbeitet hätte. Das eine schließt das andere aus. Hätte sich die galizische Orthodoxie des Zionismus bemächtigt, so hätte er eben nicht die grandiose Entwickelung genommen, die wir an ihm bewundern können. Der zweite Faktor, der einem Magneten gleich die Scharen dem Zionismus zuführt, ist die starke Betonung des Nationalbewußtseins. Der willkommene Helfershelfer ist hier die österreichische Verfassung, nach der jeder Staatsbürger Angehöriger einer bestimmten Nationalität ist. Soll der Jude sich als Deutschen, als Polen oder gar als Ruthenen bezeichnen? Die meisten bezeichnen sich als der polnischen Nationalität angehörig; wer mit den jüdisch ־ polnischen Gegensätzen vertraut ist, sieht sogleich den Mangel einer solchen künstlichen Konstruktion. So wird der Jude von selbst zum jüdischen Nationalbegriff geführt. Das nationale Moment ist es auch, das die aus der Orthodoxie stammenden Anhänger — und das sind die allermeisten — besonders anlockt. Sie glauben, eine innere Verwandtschaft zwischen ihrem gefühlsmäßigen Judentum mit seinem nationalen Milieu und dem Nationalgefühl des Zionismus zu finden. Sind sie aber einmal in den Bann des Zionismus geraten, dann trägt sie Gesellschaft und Idee fort aus dem Lande der תורה. So ist der Zionismus der Bundesgenosse des Amhaareztums und des einseitigen Gefühls-Chassidismus. Mehr als diese beiden führt er zur Vernachlässigung des מצות bei den Alten, zur religiösen Anarchie bei den Jungen. Wenn wir nun eine Projizierung dieses komplizierten jüdischen Milieus auf die Jugend vornehmen wollen, müssen wir uns vor Augen halten, daß in Galizien ein Schulzwang״ nicht besteht, daß jede der oben genannten Gruppen infolge-

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