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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Zionismus. Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. 283 Nein wir wollen nicht zwei Konfessionen, wir wollen nicht das ausgesprochene Schisma. Das sachliche Urteil Dr. Cahn?s in seinem Buche, daß zwischen den Grundanschaumigen Hermann Cohens. Köhlers, Goldschmidts u. a. und denen des gesetzestreuen Judentums ein breiterer Abgrund klafft als zwischen denen des Protestantismus und Katholizismus, unterschreibe ich durchaus. Wer חורה מן השמים und damit die Unverbrüchlichkeit unseres Religionsgesetzes leugnet, stellt sich in einen stärkeren Gegensatz zu uns als der Protestant zu dem Katholiken. Ich lege schon jetzt Protest gegen jeden Versuch ein, mich etwa als Kronzeugen für die Behauptung anzuführen, daß es inner־ halb des Judentums nur verschiedene ״Richtungen“ gibt, daß eine Unterordnung der gesetzestreuen Minderheit in Deutschland unter die Leitung eines Gesamtverbandes, der eine irgendwie geartete religiöse Wirksamkeit entfaltet, erwünscht oder auch nur möglich ist. Ich lehne mich nur gegen die Fixierung der verschiedenen Strömungen in dem Terminus der ״Konfessionen“ auf. Das ist., nicht ein bloßes Bedenken kleinlich formaler Natur. Wir wollen eben den großen Kreis derjenigen, die in Wahrheit gar keine geschlossene Einheit sind, die gar kein positives Programm besitzen, die nicht einmal in der Verneinung einig sind, die nur von einigen Wortführern für sich in Anspruch genommen werden, nicht als eine ״confessio“ anerkennen, als eine Gruppe, die in einem Bekenntnis geeinigt ist. Wir sehen ebensowenig die Möglichkeit der Konstituierung einer ״orthodoxen Konfession“, es sei denn, daß diese sich auf einen kleinen Kreis beschränkte. Wohin soll die ״Mittelpartei“? in deren Reihen doch Männer sind, die bis auf Abweichungen in Einzelnen recht wacker für die Erhaltung des religiösen Bestandes des Judentums arbeiten. Nein wir wollen nicht die ״Konfessionen“. Will jener kleine Kreis der ״Liberalen Vereinigung“ um jeden Preis sich endgültig von dem geschichtlichen jüdische Tradition‘‘ und mein .,Gesetzestreues und liberales Judentum“ sowie von gegnerischer Seite die Schriften: C. Seligmann .,Eine Abrechnung“ und S. Samuel ״Zur Weiterbildung des Judentums“.

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