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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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282 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. Es gibt im deutschen Judentum nicht zwei Konfessionen. Es gibt eine große, alle anderen Gruppen weit überwiegende Masse von indifferenten Juden, die sich über ihre Stellung zum Judentum, was die religiöse Überzeugung betrifft, überhaupt keine Gedanken machen, die aus Bequemlichkeitsgründen, aus Nachachnmngssucht, unter dem vermeintlichen Druck der Verhältnisse die Bestimmungen des spezifisch jüdischen Religionsgesetzes übertreten. Es gibt zur Linken eine kleine Gruppe, die die mannigfachsten Anschauungen über die Notwendigkeit einer Konsolidierung des liberalen Judentums vertritt, gerade aus dem Bewußtsein heraus, daß das liberale Judentum bisher nur in der Negation sich erschöpft hat. Es gibt dann zur Rechten mehrere Gruppen in verschiedenen Schattierungen. Die Aufstellung der ״Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum‘4 war ein Versuch, die vorher sporadisch aufgetretenen Abweichungen von geschichtlichem Judentum in ein System zu bringen. Der Kampf, der seitens des gesetzestreuen Judentums gegen die ״Richtlinien44 und ihre Vertreter geführt wurde, hatte zum eigentlichen Zweck, die Gefahren zu beschwören, die aus einer solchen Fixierung eines besonderen Glaubensbekenntnisses und der Festlegung einer beschränkten Zahl von Normen des Religionsgesetzes der Einheit des Judentums drohten. Die engeren Gesinnungsgenossen Dr. Cahn’s haben freilich auch mit der ״Erklärung des Vorstandes des Verbandes orthodoxer Rabbiner״ vor allem den Zweck verfolgt, darauf hinzuweisen, daß die Richtlinien das auf orthodoxer Seite längst erkannte1) Wesen der Neologie als einer völligen Abkehr von den Prinzipien des überlieferten Judentums enthüllen. Aus der ״Erklärung des Vorstandes der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands44 spricht aber mehr die Besorgnis für die Zukunft der Einheit des Judentums2). ג) von uns hervorgehoben. 2) Die ״Erklärungen“ sind abgedruckt als Anhang zu meiner Schrift ״die Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“. Ygl. ferner zum Richtlinienstreit J. Carlebach ״Liberales Judentum und

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