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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. 281 Organisation erwuchsen. Es bekämpft in seinen theoretischen Erörterungen die Versuche derer, welche die religiösen Gegensätze innerhalb des Judentums hinwegzuinterpretieren suchten oder sie zu kleinen Differenzen stempeln wollten, auf Grund deren nur von verschiedenen ״Richtungen“ innerhalb des Judentums gesprochen werden dürfte. Ebenso verdienstlich sind die ausführliehen Nachweise, die er aus den Schriften von Köhler, Goldschmidt und Hermann Cohen bringt und an Hand derer er zeigt, wie weit die Grundlehren des von diesen vertretenen Judentums von denen des gesetzestreuen Judentums ab weichen. Aber so sehr wir die gründliche Lektüre dieses Buches einem jeden empfehlen, einem jeden in beiden Lagern, den einen zur Kräftigung ihrer Überzeugung, den andern, damit sie in das Seelenleben eines überzeugungstreuen Gegners Einblick gewinnen, so wenig können wir uns mit einer seiner Grundideen befreunden mit der. daß das Judentum in zwei Konfessiouen zerfällt. Was den verehrten Autor bei der immer wiederholten Feststellung leitete, geht aus seinen Ausführungen, die wir im Einzelnen nachzulesen bitten, mit genügender Klarheit hervor. Es sind religionspolitische Motive1): Er will den Behörden an dem Beispiel der tiefen Kluis zwischen Katholizismus und Protestantismus zu beweisen suchen, daß die Gegensätze zwischen dem ״liberalen“ und ״orthodoxen“ Judentum nicht minder scharf, wenn nicht noch schärfer sind und daß daher eine gemeinsame Verwaltung der religiösen Angelegenheiten zweier ״Konfessionen“ ein Unding ist. Über die Unmöglichkeit einer ersprießlichen Wirksamkeit einer Zwangsorganisation ist mehr kein Wort zu verlieren, nachdem der Versuch auch an dem Widerspruch ausgesprochen liberaler Gemeindevertreter gescheitert ist. Aber wir werden uns aus opportunistischen Gründen nie dazu bewegen lassen, etwas zuzugestehen, was unseres Erachtens der Wirklichkeit nicht entspricht. ג) Wir wollen selbstverständlich damit nicht sagen, daß der Autor von der Tatsache, daß es sich innerhalb des Judentums um zwei Konfessionen handelt, nicht innerlich überzeugt wäre.

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