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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Zionismus, National]udentum und gesetzestreues Judentum. 27 7 .genug finden werden, um die Juden ökonomisch niederzuhalten und ihnen die rechten Bildungsmöglichkeiten abzuschneiden, wie die Polen das ja so trefflich in Galizien verstanden haben, und daß darum die einzige Möglichkeit der Selbsterhaltung ׳darauf beruht, Bedingungen zu schaffen, durch welche die Juden Polens in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen. Denn ein anderes ist es, von vornherein auf Forderungen verziehten, ein anderes Forderungen stellen, auch wenn diese zunächst keine Aussicht haben, erfüllt zu werden. Forderungen, die von einer Idee getragen werden, die an und für sich sittlich sind, die tragen die Bürgschaft in sich, daß sie entweder vort. Schritt zu Schritt oder bei einer plötzlichen Umgestaltung doch verwirklicht werden. Wer aber feierlich Verzicht leistet, der hat sich seines Rechtes für immer begeben. Das lehrt die Geschichte auf jedem Blatt, dafür bedarf es keiner Belege. Wir wollen unsererseits — wiewohl dem Leser es nicht sehwer fallen wird, zu entscheiden, nach welcher Seite wir neigen — gar nicht zu der Frage Stellung nehmen. Das wäre u. E. aber auch die Pflicht derer gewesen, die von der deutschen gesetzestreuen Judenheit nach Polen entsandt wurden, um dort für die ״Lösung der jeweiligen jüdischen Gesamtheitsaufgaben im Geiste der Thauro“ zu wirken. Zum mindestens galt hier ein non liquet. Das gesetzestreue Judentum aber mit der Verantwortung zu belasten, die in der einseitigen Entscheidung lag, halten wir für ein Unrecht. Für ״schlimmer als ein Unrecht, für einen Fehler.44 Die Aguddas-Jisroel soll doch zum mindestens nach dem Kriege ein Weltbund sein. Wie stellt man sich diesen Weltbund ohne das russische und amerikanische gesetzestreue Judentum vor? Daß ersteres durch und durch national-jüdisch gesonnen, national-jüdisch in dem von uns entwickelten Sinne, und die Forderungen nationaler Autonomie für selbstverständlich hält, wird keiner zu bezweifeln wagen. Und das amerikanische Judentum, das wertvolle Kräfte des osteuropäischen an sich gezogen hat. hat durch seine Teilnahme am Kongreß gezeigt, daß es nicht minder an den nationalen Forderungen festhält.

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