Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1918)
- Date
- 1918-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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262 Zionismus, Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. Segen ausersehen hat. Unser vSchiff ist auf gutem Wege; denn es steuert nach den Sternen in unserer Brust, nach dem sittlichen Gesetz in uns, das, um mit Kant zu sprechen, so wenig täuscht, wie der gestirnte Himmel über uns.“ Mir gellen diese Worte zu Herzen, nicht nur weil sie aus dem Herzen kommen, sondern weil sie aus dem Munde eines Mannes stammen, aus dessen Schriften ich reiche Anregung erfahren und zu dessen politischen Anschauungen ich Zutrauen habe. Muß das gesetzestreue deutsche Judentum auch hier abseits stehen? Es scheint so, als ob in Kreisen des gesetzestreuen Judentums dergleichen beabsichtigt ist. Jacob Rosenheim, ein in den Fragen der jüdischen Politik sicher vor allen anderen Berufener* hat in einer Artikelserie ״Die nationale Autonomie und das gesetzestreue Judentum“ zwar die Forderung nationaler Autonomie nicht im Prinzip als eine unjüdische hingestellt. Die ganze Einleitung aber, die auch in diesem Zusammenhang die Prinzipienfrage anschneidet, ob wir uns als Nation bezeichnen dürfen und in der er im Anschluß an Ausführungen von S. R. Hirsch zu beweisen sucht, daß wir auch unabhängig von jeder politischen Selbständigkeit uns als ein Gottesvolk zu betrachten haben, läuft darauf hinaus, auch diese praktischen Forderungen mit jener Prinzipienfrage zu verquicken. Wir können dem verehrten Yerf. hier nicht folgen. Wir meinen, daß die Forderungen nach nationaler oder personaler Autonomie völlig unabhängig sind von den theoretischen Fragen, in denen die Idee des Nationaljudentums im Gegensatz zur Idee des gesetzestreuen Judentums tritt. Es handelt sich bei den Forderungen der nationalen Autonomie, die immer von einem anderen Bruchteil des jüdischen Volkes in verschiedenen Ländern aufgestellt werden, doch nicht um* die Konstituierung des gesamten jüdischen Volkes, um die Stellungnahme eines jeden einzelnen zu der Frage: gehöre ich diesem Volke an, auch wenn ich seine Religion nicht teile. Es soll doch nicht die gesamte Judenheit auf dem ganzen Erden־ ׳