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Jeschurun · 1918-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1918) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1918)
Date
1918-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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260 Zionismus,!Nationaljudentum und gesetzestreues Judentum. :zahlreichen Aufsätzen und größeren Schriften sie verfochten hat. sich allgemein durchsetzen werden1). Wir haben bereits oben2) der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß wie der Weltkrieg z. T. aus der nationalen Über- Spannung entstanden ist, so der Weltfrieden eine Lösung der nationalen Gegensätze durch die Verwirklichung der Forderung der personalen Autonomie, sei es in irgendeiner Form, bringen wird. Da aber im Gegensatz hierzu von einem Gesinnungsgenossen die Meinung vertreten Wurde, daß alle diese nationalen Aspirationen vor allem seitens des Judentums eine Art Modeströmung seien, so möchte ich das noch einmal unterstreichen. Ich kann es nicht besser sagen als mit den Worten Franz Oppenheimers, dessen Ausführungen zudem, als die eine& unserer ersten Soziologen auf besondere Beachtung Anspruch machen können: ״Wir haben das sprachlich-kulturelle Problem der Ostjuden niemals anders begriffen, denn als einen kleinen Teil eines weltumfassenden Problems allerersten Banges, und unsere Hoffnung auf seine Lösung, dio vielleicht nur stufenweise erfolgen wird, hat immer nur darauf beruht, daß die große Flut, die wir kommen sahen, auch dieses schwache Schifflein flott machen und mit sieh tragen würde. Es handelt sich nicht um Juden und Polen, es handelt sich um paneuropäische, panplanetarische Notwendigkeiten; es handelt sich um ein Prinzip, um ein nicht länger einer Hinauszögerung fähiges Interesse der größten Gruppe der Erde, der europäisch-amerikanischen Kulturmenschheit; und uns bedeutet die Erklärung der Reichsregierung3) darum den Sieg dieses Prinzips. Von diesem Standpunkt aus ist es völlig gleichgültig, ob die Leiter ג) Wir verweisen vor allem auf sein neuestes Werk ״das Selbstbestimmungsrecht der Nationen״ Erster Teil ״Nation und Staat4* Leipzig und Wien 1918 ein Buch, das jeder gelesen haben muß, der gründlich unterrichtet sein will. Für das Ostjudentum hat Franz Oppenheimer die personale Autonomie unentwegt verfochten. Vgl. Neue Jüd. Monatsh. IS. 88 231—233 354 ff. 363—372 II S. 148—152. 2) S. 23. 3) Gemeint ist die bekannte Erklärung des Stellvertretenden Staats- Sekretärs des Auswärtigen Amtes: ״Wir würdigen die auf Entwickelung ihrer Kultur und Eigenart gerichteten Wünsche der jüdischen Minder* heit in den Ländern, in denen sie ein stark entwickeltes Eigenleben haben usw.4*

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