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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 250 (sequence 118)
Language
German
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250 Die Josephserzählung. die wenigen Worte halten, die die Schrift uns V. 32 berichtet. Diese geben vielleicht nur das wichtigste Gerippe der Rede und nicht diese selbst in ihrer Ganzheit wieder. Ohne daß man sich die Einzelheiten vorstellig mache, geht es nun einmal nicht an, das Schriftwort zu verstehen. Diese Ausmalung ins Einzelne läßt uns indessen hier deutlich erkennen, warum die Brüder es jetzt aufgegeben haben, dem Vater persönlich die beabsichtigte Botschaft zu überbringen. Ihr Ziel haben sie jedenfalls in dieser Hinsicht vollkommen erreicht. Ja, wären sie auch selber gekommen um dem Vater die Todesnachricht mitzuteilen, ihre ausdrückliche und persönliche Aussage hätte bei Jakob kaum ebenso sehr und sicherlich nicht2) in höherem Maße die Überzeugung auszulösen vermocht, daß Joseph tot ist, als sie nunmehr bei ihm eingegangen ist3). Und wie ist es nun um die andere Behauptung Gunkels bestellt? In bezug auf diese ist zu sagen: Seit wann heißt denn מ ,ויבך אתוJakob weinte “ und nicht vielmehr, ״Jakob beweinte ihn“? Ist denn nicht zudem sowohl in 34 a und b 2) Darum darf auch der Midrasch (Tanch. Jel. S. 92 u. a. a. O.: vgl. auch Sefer hajaschar) Joseph den Brüdern vorwerfen lassen, daß sie zu dem Vater gesprochen haben (אבלדוזם), er sei zerrissen worden oder Philo IV S. 64 sagen, daß die Brüder dem Vater den Rock schickten unter dem Vorgeben, daß er von wilden Tieren zerrissen worden sei. Gunkel hat recht, wenn auch in einem ganz anderen Sinne, als er dies meint; jene Worte sind eigentlich und ursprünglich nichts anderes, als die Worte der Brüder. Im Grunde waren die Brüder es ja doch, die diese Worte dem Vater in den Mund gelegt haben. 3) Anders faßt allerdings der Midrasch (s. z. B. Ber. r. Kap. 84, Tanch. ed. Buber IS. 181 und 193. Jalkut Kap. 143; vgl. auch Targ. Jon. zu Genesis 37, 33.) die Sache auf. Kach ihm hat Jakob nie gezweifelt, daß Joseph noch am Leben sei. Vgl. auch Targ. Jon. und den jer. Targum zu Gen. 37,33 und die Josephssure des Koran v. 86 und 97. Eben darum habe ״er sich Trost anzunehmen geweigert“ (V. 30), denn man nimmt keinen Trost an um einen Lebenden ״(vgl. auch כלככי* הופרים Kap. 21.) Wenn er von einem ״wilden Tier“ gesprochen hat, so meinte er damit die Frau des Potiphar. Dank dem heiligen Geist, der auf ihm ruhte, wußte er nämlich, daß Joseph in die Gefahr kommen werde, von jener zerrissen zu werden.

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