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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 249 (sequence 117)
Language
German
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Die Josephserzählung. 249 dem Vater persönlich die Nachricht zu überbringen, daß Joseph von einem wilden Tier zerrissen ist, so erschüttert sie der verzweifelte Ausruf Reubens: ״der Knabe ist nicht mehr da, wo soll ich nun hin?“ Erst dieser gibt ihnen den Gedanken ein, dem Vater das blutgetränkte Kleid zu schicken und so zugleich jeden Verdacht von sich abzulenken. Reüben vor allem kann und will jetzt nicht mit den Brüdern vor das Angesicht des Vaters treten. Weder will er diese anklagen, — zu welchem Ende sollte er auch dem Vater doppeltes und dreifaches Herzeleid bereiten — noch vermöchte er dessen etwaige Fragen so zu beantworten, wie seine Brüder dies vielleicht über sich brächten. Daß Fremde dem Vater den Rock überbringen, wird deutlich aus der ganzen Fassung, fast aus jedem einzelnen der Worte: dies haben wir gefunden, sieh an, ob es das Kleid Deines Sohnes (es heißt nicht Josephs, — s. auch Bachja ben Ascher z. St. —, oder ״unseres Bruders“) ist oder nicht“, ebenso wie aus der Antwort Jakobs, in der sich die Worte der fremden Überbringer des Kleides widerspiegeln: ״es ist meines Sohnes Kleid. Ein wildes Tier hat ihn gefressen“, bis schließlich Jakob wieder mehr zu sich selbst spricht: ״zerrissen, zerrissen ist Joseph.“ Diese Auffassung wird auch durch V. 33: ״und alle seine Söhne und Töchter erhoben sich, um ihn zu trösten“, bestätigt; sie wissen alle scheinbar gar nichts von allem dem, was sich angeblich mit Joseph ereignet hat1). Hinzugefügt werden muß noch, daß sich aus dem Zusammenhang ergibt, daß nicht schon die Sendboten der Brüder, sondern erst Jakob gesagt hat. ״ein wildes Tier hat ihn gefressen“. Das wird auch durch 44,28 ואמר אך טרף טרף bestätigt. Der Wortlaut der Schrift hier erlaubte uns natürlich, jene Worte auch schon den Sendlingen der Brüder in den Mund zu legen. Wir dürfen uns doch nicht nur an ג) Der Midrasch (Ber. r. 84, Midr. hag. S. 565, Aggad. Ber Kap. 60) faßt וישלחו so auf, daß die Brüder den Rock durch einen von ihnen und zwar durch Juda (nach Sefer hajaschar z. St. durch Naftali) übersenden. Danach müßte dann auf כל in דיקובלו כל דגר׳ der Nachdruck ruhen.

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