Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 247 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzählung. 247 er sieh aber auch selbst Lügen. Es ist wahr: erst nachträglieh kommt den Brüdern der Gedanke, den Bock in das Blut zu tauchen und ihn dem Vater zu schicken. Selbst V. 23 denken sie noch nicht daran, geschweige denn, daß sie es V. 20 zu tun brauchten. Dort haben und beschreiben sie ihren Plan ja zunächst nur in allgemeinen Umrissen. Vorläufig liegt ihnen, wesentlich am Herzen, Joseph bei Seite zu schaffen, dafür Sorge zu tragen, daß seine Träume nicht einst Wahrheit werden. Wie sie dem Vater beibringen wollen, daß Joseph von einem wilden Tier zerrissen worden sei, tritt dem gegenüber noch ganz in den Hintergrund. Man beachte nur, wie die Worte ואמרנו חיה רעה אכלתהו zwischen ונהרגהו ונשליכהו und ונראה מה יהיו חלומותיו gestellt sind. Es ist aber psychologisch außerordentlich fein, daß die Brüder gerade V. 31 den bunten Bock als Beweisstück ausersehen. Die vorangehenden Verse schildern uns, wie Beuben zur Grube zurückkehrt, und als er Joseph nicht findet, zu seinen Brüdern eilt und zu ihnen spricht: ״der Knabe ist nicht mehr da. Wo soll ich nun hin?“ Dann heißt es: ״da nahmen sie den bunten Bock“ usw. Die Kritiker wollen, wie wir bereits wissen, jene Verse (29 und 30) der angeblichen E-Quelle zuweisen, während 31 wieder J zugehören soll, 32 aber nach Gunkel (vgl. auch Proksch a. a. 0. S. 381) folgendermaßen auseinandergelegt und zerpflückt wird: ״dann schickten sie den bunten Bock, dies haben wir gefunden, sieh an, ob es das Kleid Deines Sohnes ist“ bekommt J, ״zu ihrem Vater und sprachen“ E, ״ ייכיאוmacht Schwierigkeiten“ (Gunkel S. 409) und wird darum flugs ausgeschieden, an seiner Statt tritt ויבאו das dann wieder E zugewiesen wird. Dieser erhält so doch wenigstens auch einen kleinen zusammenhängenden Satz, der nach dieser Zurechtstutzung die E zugeschriebene Variante unter der ferneren Voraussetzung aussagen würde, daß die Worte V. 33 ״ein wildes Tier hat ihn gefressen“ Worte der Brüder wären, die sie nun einmal nicht sind. In Wahrheit ist V. 32 sehr wohl verständlich. Die Brüder senden, darin hat Gunkel recht, den bunten Bock durch Boten an den Vater. Der Vers bedarf aber nicht erst einer Operation und Zerstückelung, um 17*