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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 241

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 241 (sequence 109)
Language
German
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I. M. Japhet. 241 siebenundzwanzigjährig verließ, in R. Mordecbai Wetzlar einen ehrwürdigen väterlichen Freund, dem er für die Vertiefung seines Wissens und die Befestigung seiner Lebensanschauung viel verdankte. Aber weder hier noch in anderen kurhessischen Stellen konnte sich der Reichtum seiner Begabung voll ent־ falten. Das war erst möglich, als er (1852) einen Ruf nach Frankfurt erhielt, um Rabbiner Hirsch zunächst bei der Ausarbeitung der Lehrpläne für die geplante Realschule der Religionsgesellschaft behilflich zu sein und später eine Lehrerstelle an der Anstalt, zugleich auch die Leitung des Synagogenchors zu übernehmen. Mit dem geistesgewaltigen Führer der jungen Gemeinde verband ihn die vollkommen gleiche Stellungnähme zu den Strömungen und Bestrebungen im Judentum, die sehr mißverständlich mit dem Schlagwort ״ Neuorthodoxie “ belegt worden; aber auch mit dem Satze יפה תלמוד תורה עם דרך ארץ nicht ausreichend, ihrem Wesen entsprechend gekennzeichnet ist. Das Neue — Chor, Predigt, methodischer Unterricht beider Geschlechter — wurde nicht etwa aus schwächlichem Entgegenkommen geduldet oder auch nur unvermittelt neben das Alte gestellt: vielmehr sollte die moderne Pädagogik, Rhetorik undAestketik Mittel zur Erhaltung des Überlieferten werden: die Waffen, die die Reform sich zu Nutzen gemacht hatte, sollten zu Hilfsmitteln werden im Kampfe gegen pietätlose Neuerung und jenen ,,Geist der Gegenwart“, der nach einem scharfen Worte des unvergeßlichen Michael Sachs ..die Gegenwart jeden Geistes vermissen läßt“. Freilich fanden beide Männer — wir vergessen das heute leicht — ihre Gegner nicht nur zur Linken. Daß z. B. Japhets pädagogische Schriften — die Lesefibel פי עוללים, die zweiteilige Sprachlehre מתק שפתים — auch in religiösen Kreisen nicht sofort gewürdigt wurden, begreift wohl nur, wer selbst• im Osten war und die Bedenken eines Ckederlehrers gegen *einen ,.neumodischen“ Sprachunterricht gehört hat. Und betrachteten nicht — Japhet selbst hat es in der Vorrede zur Akzentenlehre bitter beklagt — bedeutende rabbinische Autoritäten die Pflege der hebräischen Grammatik als sehr ungern

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