Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 240 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
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240 I. M. Japhet. muß unter jenen Kirchengemeinschaften aufgekommen sein, auf die Sie mich vorhin aufmerksam gemacht haben. Uns verfolgen? Wie? Wenn ihr wirklich glaubtet, was ihr zu bekennen vorgebt, so würdet ihr vor uns auf die Knie sinken! Ihr errichtet doch dem Helden, der sein Land rettet, Statuen? Wir aber haben die menschliche Kasse gerettet, und ihr untersteht euch, uns für diese Tat zu verfolgen!“ ״Ich bin keiner eurer Verfolger,“ sagte Tancred bewegten Gemütes, ״und wenn ich einer gewesen wäre, so würde mein Besuch in Bethanien mich von diesem unseligen Gedanken befreit haben.“ ״Wir stimmen in einigen unserer Ideen überein,“ sagte sein Gegenüber und erhob sich. ״Wir sind beide zu der Ueberzeugung gekommen, daß die halbe Christenheit eine Jüdin und die andere Hälfte einen Juden verehrt. Ich möchte Sie zum Schlüsse nur noch eines fragen: Welches,ist die höhere Kasse, die, die anbetet, oder die, die angebetet wird?“ Tancred sah auf und wollte eben antworten, aber das Mädchen war verschwunden.!miiMlilmlinmiinlmmi i. M. Japhet. Ein Gedenkblatt zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages. Von Dr. I. Heinemann in Frankfurt a. M. Der Name, der an der Spitze dieser Betrachtung steht, ist den Lesern dieser Zeitschrift nicht fremd. Wohl jeder Gesinnungsgenosse in Deutschland hat seine Kompositionen gesungen, vielleicht auch an der Hand seiner Haggada den Sederabend begangen oder aus seinen Schulbüchern die hebräische Sprache erlernt. Mancher wird den Wunsch haben, den Forscher, Tondichter und Lehrer näher zu kennen, dessen freundliches Bild aus seinen Werken entgegenzuschimmern scheint. Anläßlich der 100. Wiederkehr seines Geburtstages am 29. Adar (7. März) wird im Frankfurter Israelitischen Familienblatt eine Darstellung seines Lehenslaufes aus der Feder des Herausgebers seiner Haggada und seiner Sprachlehre, Herrn Lehrer Schwab erscheinen; eine kurze Würdigung seines Lebenswerkes mag auch hier Platz finden. Geboren in Cassel, vorgebildet durch den Besuch des dortigen Lehrerseminars, fand Japhet in seiner ersten Lehrerstelle in Gudensberg, die er als Siebzehnjähriger antrat und