Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 233 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Tancred. . 233 Kenntnis der alten Geschichte die geeignetsten Mittel. Möge dieses Material von Männern, die sich der hehren Pflicht gegen den Glauben ihrer Väter bewußt sind, genutzt werden, dann wird die Etappe Wellhausen wohl in Bälde überlebt sein. ״Das Gras verdorrt, die Blume welkt, aber das Wort unseres Gottes bestehet in aller Ewigkeit״ (Jes. 40, 8). miMiin Tancred1). Besprochen von Hermann Struck, Berlin, z. Zt. im Felde. Dieses Buches Geschick ist merkwürdig. Seine Übertragung durch Oskar Levy, der den Engländern Nietzsche übersetzte und uns schon vor Jahren Disraeli’s Roman ״Contarini Fleming״ brachte, war offenbar schon vor dem Kriege vollendet. Und nun erscheint das Buch, das von dem modernen Kreuzzug eines Engländers nach Palästina erzählt, gerade zu der Zeit, da vom Turme Davide das englische Banner weht! Tancred Lord Montacute zieht aus dem London der jungen Königin Viktoria nach dem Lande der Juden, um Gottes Stimme zu hören, die nur auf diesem uralten Boden vernehmbar wird. Vom Heiligen Grabe, das ihm die heiß erflehte Offenbarung nicht brachte, wandert er nach dem Sinai, auf dessen Abhang der religiös erregte Gottsucher eine überwältigende Vision erlebt. Eine Stimme kündet, daß Europas wachsende Gottlosigkeit nur geheilt werden könne durch eine Rückkehr zu den uralten semitischen Grundsätzen Arabiens. Auf seiner weiteren Suche gelangt er unter merkwürdigen Schicksalen zu der Königin des kriegerischen Bergvolkes der Ansari, die in ihrer Abgeschlossenheit die Astarte und die alten griechischen Götter anbeten. 1j Tancred oder der neue Kreuzzug von Lord Beaconsfield (Benjamin Disraeli) Verlag Georg Müller, München und Berlin, 1914.