Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 210

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 210 (sequence 78)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2292980-2292983--02771-2296043
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

210 Wellhausen und der heutige Stand der Bibelwissensehaft. ursachende Kleinarbeit vonnöten, die, von Hoffmann geleistet, heute in seinen ״Wichtigsten Instanzen441) und ״Kommentaren zum Leviticus (I, II) und Deuteronomium I44 teilweise vor uns liegt. Der Laie erkennt kaum die Schwierigkeiten einer kraftvergeudenden Argumentation, welche mit Erfolg einen Gegner in Widersprüche verwickelt, der wiederum jeden unbequemen Satz nach Willkür und Belieben als Einschub oder Korrektur zu erklären vermag* 2). Beispielsweise genügt es darum Hoffmann3) nicht, wenn er beim Priesteranteilgesetz feststellt, daß dessen Bestandteile sich nicht widersprechen, wie die Kritik annimmt, sondern er erhärtet es, daß diese aufeinander angewiesen, sich ergänzen4). A) Die wichtigsten Instanzen gegen die Graf־Wellhausensche Hypothese I, II (Beil. z. Jhrsber. d. Berliner Rabb.-Sem. 1904, 1916). 2) ״Unser (von der Bibelkritik angenommener) Redaktor dagegen ist schlechthin unbekannt, er ist überall und nirgends, wir kennen seine Absichten, seinen Stil, seine Mittel gar nicht. Denn selbst geschrieben hat er höchstens diese oder jene Zeile; aber sobald man ihn festnageln will, sagt der eine, das sei eine spätere Glosse, der andere, das sei eine ältere Zutat, die schon die von ihm benutzten Schriften vor seiner Zeit erfahren hatten, und so huscht er wie ein Gespenst von dannen.* (Klostermann a. a. O. S. 5). *) Kommentar z. Lev. I 40 ff. 4) Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Hemmnis liegt für den gläubigen, von den Heils Wahrheiten wie der Integrität seinerLehre gleichermaßen überzeugten Bekämpfer jener irrigen Ergebnisse in dem so häufig anzutreilenden burschikosen, ja verächtlichen Ton der modernen Wissenschaft vom Bibelspruch, der wohl geeignet ist, jeden Versuch einer aufklärenden Mitarbeit von vorneherein zu vergällen. Hinzukommt noch die natürliche Pietät und Verehrung, die der Jude den traditionellen Bibelerklärern als religiösen Persönlichkeiten entgegenbringt, und die es ihm anstößig erscheinen läßt, ״Raschi und Rambam in einem Atemzug mit Kittel und Wellhausen״ zu nennen. Einem verwandten Empfinden hat auch schon der Altmeister neuerer jüdischer Apologetik, Hoffmann, mehrfach besonders in dem Vorwort zu Leviticus ehrlichen und offenen Ausdruck verliehen; was nebenbei gesagt Baentsch a. a. O. S. 78 ziemlich malitiös auslegt. Übersehen soll jedoch nicht werden, daß unsere mittelalterlichen Gelehrten ähnlich verfahren, also ein beruhigendes Präzedenz geschaffen haben. Indes bleibt es zu bedauern, wenn derjenige, der diese Zusammenstellung der Kamen rügt,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.