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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 209 (sequence 77)
Language
German
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Wellhausen und der heutige Stand der Bibelwissenschaft. 209 schätzender Weise nicht allein auf die Graf-Wellhausensche Hypothese beschränkt, sondern die prinzipielle Frage nach den Grundlagen der Quellenscheidung, also den dafür angewandten Kriterien gestellt. Die Problemstellung lautet: Sind zunächst tatsächlich unumstößliche Antinomien zwischen den einzelnen pentateuchischen Büchern vorhanden? Und wenn ja, werden sie durch das kritische Verfahren ausnahmslos beseitigt? Hier setzt Hoffmann ein, indem er mit viel Glück auf die große Subjektivität der kritischen Urteilsfällung hin ft eist, mit der — wie schon einmal oben gesagt — Schriftteile, die bis zu Wellhausen mit apodiktischer Sicherheit als die ältesten rekognosziert, nunmehrzu den jüngste n erklärt wurden. An Klostermann und Eerdmans anknüpfend, zeigt Hoffmann, wie oft die Kritik selbst auf die Durchführung der von ihr proklamierten Orientierung Verzicht leistete, denn auch die kritiseherseits geschaffenen ״selbständigen“ Quellen lassen jene gesuchte Einheitlichkeit erst recht vermissen. Man griff zu allerhand Hilfsmitteln. U. a. zur Anrufung eines Redaktors als deus ex machina, wobei für dessen Eingriff ein vernünftiges Moment oft kaum zu finden war. Eine weitere Zerlegung der Quellen in Unterquellen, wozu man schon den Beginn gemacht hatte (J! J2 . . . E1? E2, D1? D2), mußte aber zugegebenermaßen die ganze Methode ad absurdum führen. Ungerechnet der Stellen, wo die erheblich ältere Quelle den Inhalt einer jüngeren literarisch verwandt haben müßte, sollte sie nicht unverständlich bleiben, so daß es bisweilen vorkommt, daß ״in dem gleichen Verse Jakob auf der Flucht nach Padan- Aram mit J ankommt, mit E schlafen geht und mit D oder P weiterzieht“.1) Konnte man sich aber auf diesem pentateuchkritischen Gebiete nicht etwa mit wenigsagenden Phrasen begnügen, so war eine äußerlich anspruchslose, aber unzählige Mühen ver- ג) Wiener a. a. O. S. 75.

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