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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 208 (sequence 76)
Language
German
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208 Wellhausen und der heutige Stand der Bibel Wissenschaft. kann man die lange Reihe der christlichen Apologeten, welche sich durch Berufung auf das ״inspirierte Zeugnis“ der Evangelien jeder weiteren Diskussion enthoben fühlten, doch nicht gut rechnen1). So verblieben eigentlich nur Green2), Klostermann 3), Eerdmans 4), sowie neuerdings — etwas wuchtiger — Dahse 5) und Wiener 6), welche weniger gegen die zeitliche An- Setzung des Priesterkodex als gegen die literarkritischen Prinzipien überhaupt Sturm liefen. Soweit aber diese Gelehrten positive Ergebnisse zu liefern vermochten, halten sie sich zumeist nicht von jenen Willkürlichkeiten frei, die sie selbst bei ihren Gegnern mit Recht gerügt hatten. Es gereicht dem deutschen thoratreuen Judentum zu hoher Ehre, daß es einem seiner namhaftesten Vertreter, Hoffmann7), vergönnt war, noch in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts — als lange vereinsamt gebliebener Erster — eine Bresche in die geschlossene Beweiskette Wellhausens zu legen. Gleich seinem gelehrten Antagonisten hat sich Hoffmann keineswegs mit Stückwerk begnügt. Vielmehr haben beide, Hoffmann und Wellhausen, ganze Arbeit getan; dieser, um zu zerstören, jener, um aufzubauen. Im Gegensatz zu seinen christliche:! Vorgängern, die bereit waren, die Echtheit wesentlicher Teile des ganzen Pentateuchs zu opfern, damit es nur gelänge, für den Rest die mosaische Authentizität aufrecht zu erhalten, hat Hoffmann richtig empfunden, daß zwischen den Zerfaserungen der Quellenscheidung und der jüdisch-traditionellen Auffassung des Eünfbuches als Werk Moses ein Kompromiß nicht möglich sei. Darum hat Hoffmann seine Untersuchungen in nicht genug zu 1t Unter diesem ״neutestamentlichen Einfluß“ steht auch Ru pp recht, Wissensch. Handbuch d. Einl. i. d. A. T. 1898, wo wenig neue Gesichtspunkte zu linden. Die g!;־e Anzahl älterer Gegenschriften (so auch Naumann. Wellhausens Methode 1886) kann nicht angeführt werden. 2) Die höhere Kritik des Pentateuchs 1897 (dtsch. Ausg.). 3) Der Pentateuch. 4) Alttestamentl. Studien I-III. 5) Textkritische Materialien zur Hexateuchfrage I. 6) י “Wie steht’s um den Pentateuch?“ (dtsch. Ausg.) *) Magazin für die Wissenschaft des Judentums 1879 ff.

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