Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- Seite 181 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Erschaffung, Entstehung, Entwickelung.!81 Erschaffung, Entstehung, Entwickelung. Von Oskar Wolfsberg, Hamburg z. Zt. im Felde. (Schluß). 3. Es berührt sympathisch, wie Wiesner die Ansehauungen Kerners und Fleischmanns *), die beide Gegner der Destendenztheorie sind, nicht so verächtlich abtut wie viele seiner Fachgenossen; vielmehr hebt er hervor, daß ihre Skepsis nicht ohne Boden ist. Um so merkwürdiger mutet es uns deshalb an, daß er für die Phylogenie den echten Entwieklungs- Charakter wahrscheinlich gemacht zu haben glaubt. Selbst, wenn man die de Yriessche Mutation mit ihrer auf inneren Potenzen* 2) beruhenden nicht rückgängigen Abänderung des Typs zum Ausgangspunkt wählt, ist noch nicht mit Sicherheit erwiesen, daß echte Entwicklung vorliegt. Um die Phylogenie als ein Continuum zu erfassen, müßte man die einzelnen מ Sprünge u in der Entwicklung, d. h. das jeweilige Neuauftreten einer bisher nicht existierenden Art miteinander verbinden. Diese Kurve wäre die S lummen t wie klung. Paßt diese nun in die Wiesnersche Entwicklungsdefinition? In ihr ist von einem bestimmten Ziel gesprochen; Wiesner ersetzt für diesen Fall der Stammesgeschichte Ziel durch Tendenz: der wahrzunehmen- ג) Fleischmann, A. D. Deszendenstheorie Lpz. 1901. 2) In meiner oben genannten Arbeit im J^churun 1914 habe ich bereits betont, daß die einzige für uns in Betracnt kommende Deszen־ denztheorie diesen endogenen Charakter haben müßte, da sonst eine Theorie des Zufalls entstände gemäß Darwin und Lamarck. Dem damals mir öfter mündlich gemachten Einwand, daß wir im jüdischen Weltbild vom Zר •ז■;.־ nicht reden könnten, begegne ich mit dem Hinweis auf K. E. von ii!_s Definition des Zufalls: Zufall ist ein Geschehen, welches mit einem andern Geschehen zusammentrifit, mit dem es nicht in ursächlichem Zusammenhang steht. In diesem Sinn will ich den Begriff Zufall gefaßt wissen. Er ist kein Gegensatz zu gesetzmäßigem Geschehen, erst recht bezieht er sich nicht auf Geschehnisse, die als dem göttlichen Vermögen entzogen gedacht werden. Im Gegenteil, ich bin der Überzeugung, daß es gerade ein geeignetes Verständnis für die Wirkungsmöglichkeit dessen, was wir ד?םגחדז nennen, ermöglicht. Aber er umschließt eine bestimmte Gruppe von Werdeprozessen.