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Jeschurun · 1918-03-01 · Heft 3-4 (März 1918) · p. Seite 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 3-4 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 176 (sequence 44)
Language
German
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176 Über Aphikomon. über Rphikomon. Von Rabbiner Dr. S. Kaatz in Hindenburg O/S. Zu den Worten, die im Laufe der Zeit ihren Begriff gewandelt haben, gehört auch der Ausdruck אפיקומן. Derselbe ist aus der Peßachhaggada bekannt, wo er an mehreren Stellen vorkommt, das eine Mal im Text, bei der Antwort1) auf die Frage des הכם, wo es heißt: ,.Man beschließe das Peßach nicht mit einem Aphikomon“. und das andre Mal in den Anordnungen über den Seder, in denen geboten ist, die zu Beginn der Feier ג) Die Antwort auf die Frage des weisen Kindes erscheint schwierig und hat die mannigfachsten Lüsungs versuche veranlaßt. Ich lasse hier eine Erklärung folgen, die ich, wenn ich nicht irre, bereits vor langer Zeit einmal irgendwo veröffentlicht habe: ״Der Satz: ״Man beschließe das Peßach nicht mit einem Aphikomon“ bildet die letzte Halacha der Tosefta Peßachim und lautet dort weiter: ״z. B. Nüsse, Datteln, geröstete Körner. Man ist verpflichtet sich mit den Vorschriften des Peßach die ganze Nacht zu beschäftigen, selbst zwischen sich und seinem Sohne . . . . “ So weit die Tosefta. Auf sie bezieht sich m. E. die Antwort an das weise Kind. Diese Antwort zitiert als Stichwort nur den ersten Teil der Halacha, und auch diesen nicht vollständig, und sie überläßt es. wie das auch sonst häufige Gepflogenheit ist. dem Leser, den übrigen Teil selbst zu ergänzen. Die Antwort bezieht sich also auf die Fort- Setzung der nur teilweise zitierten Halacha, wie sie in der Tosefta steht, und weist darauf hin, daß nach den Hilchot Peßach d. h. nach den in der Tosefta gesammelten Vorschriften über das Peßachfest der Vater verpflichtet ist, seinen Sohn in den Peßachgesetzen zu unterweisen. Man muß also die Haggadasteile sich folgendermaßen ergänzt denken: ״Sprich zu ihm gemäß den Vorschriften des Peßach: ״(Man beschließe das Peßach nicht mit einem Aphikomon z. B. Nüsse, Datteln, geröstete Körner.) Man ist verpflichtet sich mit den Vorschriften des Peßach die ganze Nacht zu beschäftigen, selbst zwischen sich und seinem Sohne . . Wie die Worte ״Nüsse, Datteln, geröstete Körner“, so sind auch die folgenden Worte, auf die es eigentlich ankommt, ausgelassen und müssen ergänzt werden, damit die Antwort verständlich werde. Während bei den anderen drei Kindern mit einem Satz der Schriftliehen Thora geantwortet wird, in. dem eine Beziehung zu der Art des Fragenden gefunden wird, wird hier auf einen Satz der mündlichen Thora verwiesen, der sich auf ein weises Kind bezieht, da bei dem Sohne, von dem in der Tosefta die Rede ist, nur an ein solches Kind gedacht sein kann, das fähig ist die Vorschriften zu erfassen.

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